Systemwetten in der Schweiz: Zehn Reihen zahlen die Marge zehnmal

Updated Oktober 2026
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Zehn kleine Holzwürfel liegen in zwei ordentlichen Reihen auf einem hellen Tisch.

Was die Rechtslage vorab kostet

Wer in der Schweiz eine Systemwette spielen will, hat keine Auswahl unter fünfzig Buchmachern. Er hat zwei. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern der Schluss aus einer Regelung, die man kennen muss, bevor man über Quoten redet. Sportwetten sind hier ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Auf der einen Seite steht die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und ihrem Produkt Sporttip, auf der anderen die Loterie Romande mit Jouez Sport. Mehr gibt es nicht, und es gibt auch keine Warteliste.

Stand der Informationen: Oktober 29, 2026 (geprüft gegen Angaben der Gespa).

Streifen von Sonnenlicht fallen durch eine Jalousie auf einen Schreibtisch mit Stiften.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Was das konkret bedeutet: Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Aufsicht führt die Gespa in Bern, nicht die ESBK, die sich um Casinos kümmert. Wer eine Spielbewilligung beantragt, braucht zweierlei — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Der Rahmen stammt aus einer interkantonalen Vereinbarung, und die Nettoerträge fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Der ganze Apparat ist darauf gebaut, dass der Veranstalter kein Wettbewerber unter vielen ist, sondern ein öffentlich beauftragter Betrieb.

Veranstalter Bewilligung nach BGS Zulassungsgebiet
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin und Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura

Die Tabelle zeigt die Grenze, an der für viele Leser die Systemwette schon endet. Wer in Zürich wohnt, kommt online nicht zu Jouez Sport; wer in Genf wohnt, nicht zu Sporttip. Zwei Veranstalter, und jeder bedient sein eigenes Gebiet, weil das Gesetz es so will. Das ist der erste Kostenpunkt des Themas: nicht Geld, sondern Zugang.

Dazu kommt, dass die bewilligte Angebotspalette geschlossen ist. Was man setzen darf, steht in einer Liste der Gespa — genehmigte Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf man nicht setzen, und wer nach Corner- oder Kartenmärkten sucht, wird in dieser Liste nicht fündig. Esports taucht dort ebenfalls nicht auf. Der Organisator kann ein Ereignis nicht einfach ins Programm nehmen, weil es Quote bringt.

Ein Punkt, den viele falsch erwarten: Es gibt keine staatlich verordnete Einzahlungsgrenze. Limiten setzt der Spielende selbst beziehungsweise die Veranstalterin auf, und das Gesetz verlangt von ihr, dass sie Höchstwerte für Einsätze oder Verluste festlegt — für den Tag, die Woche oder den Monat. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach einer Wartezeit. Bei Swisslos und bei der Loterie Romande dauert diese Wartezeit 72 Stunden. Wer also denkt, er könne am Samstagabend schnell die Limite hochziehen, weil die Kombination gerade so gut aussieht, hat eine andere Rechnung offen: Die Erhöhung greift erst am Dienstag.

Und der Grund, warum die Systemwette in dieses Kapitel gehört und nicht nur in die Rechenabteilung: Die meisten Systemwetten entstehen aus einer Handvoll Tipps, und die Limiten, die der Spielende gesetzt hat, sind der einzige Mechanismus, der den Gesamteinsatz davon abhält, mit jedem weiteren Tipp zu wachsen. Was das in Franken heisst, steht in den Abschnitten zu den Einsatzgrenzen und zum Spielerschutz.

Die Systemwette und das Kombiboost bei Sporttip

Bei Sporttip gibt es einen Mechanismus, der die Systemwette berührt: den Kombiboost. Er gilt nur online, und zwar für Prematch-, Live- und Systemwetten. Voraussetzung sind mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y»; bei «3 aus 5» ergeben sich 10 Wettreihen.

Die Rechnung ist einfach, und sie zeigt die Attraktion. Wer eine Systemwette mit vier Quoten spielt, die alle über 1.50 liegen, bekommt einen Aufschlag von 5 % auf den Nettogewinn. Bei zehn Quoten sind es 40 %. Das ist im Verhältnis zur Quote ein Zusatz, der die Marge nicht ausgleicht, aber doch etwas aufwiegt. Wer die Grenze zur nächsten Stufe prüft, sieht, dass der Anreiz ausdrücklich zur Ausweitung des Umfangs anregt — und eine Ausweitung des Umfangs heisst bei einer Systemwette mehr Reihen.

Ein Punkt ist mir lieber als das ganze Werbematerial: hundert Prozent klingt nach einem Geschenk. Es sind hundert Prozent auf den Nettogewinn, und ein Nettogewinn liegt bei einem System nur dann vor, wenn die Reihen aufgehen. Bei zwei richtigen Tipps von fünf bleibt vom Boost nichts übrig, weil es nichts zu erhöhen gibt.

Warum Cash-Out bei einem System selten ist

Cash-Out heisst, man kann eine laufende Wette vorzeitig auszahlen lassen. Bei Sporttip gibt es das für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten. Und nur als vollständiges Cash-Out — es gibt keine Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der angebotene Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und hängt vom Stand der Sportereignisse ab; wann er überhaupt angeboten wird, entscheidet der Veranstalter.

Für Systemwetten ist der Sachverhalt wichtig, weil ein vollständiger Cash-Out einer Reihe, die schon fast durch ist, den Rest der Wette in der Schwebe lässt. Das ist der eigentliche Kostenpunkt dieser Funktion: Sie flüssig zu machen, kostet immer den Teil des Gewinns, den der Markt noch hergibt. Und wer den Boost mitgenommen hat, verliert ihn bei einem Cash-Out — die Erhöhung verfällt.

Wenn ein Ereignis abgesagt wird: die Regeln, die den Rahmen bilden

Eine abgesagte Partie in einer Systemwette kann die beste Rechnung töten, ganz ohne Fehler des Spielenden. Für Sporttip gilt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn neu angesetzt — oder im Rahmen des Turniers nachgeholt —, ist die Wette insoweit ungültig. Einzelwetten erhält man zurückbezahlt. In Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00, das heisst, sie verschwindet aus dem Produkt. Das ist die kundenfreundlichste Variante, die man von einem Veranstalter erwarten kann, weil das System dann in verkleinerter Form weiterläuft.

Praktisch heisst das für den Spielenden: Aus einem «3 aus 5» kann ein Konstrukt mit einer anderen Reihenzahl werden, weil eine Vorhersage herausfällt. Wer eine Systemwette spielt, sollte wissen, dass die Reihenzahl, die er beim Abschicken gesehen hat, nicht garantiert die ist, mit der am Ende abgerechnet wird.

Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind — sonst umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Bei Fussball heisst das: Ein Endstand nach 120 Minuten ist nicht automatisch der Endstand, der für eine Kombination mit dem Torergebnis zählt. Das kann eine Reihe kippen, die man für gesichert hielt.

Bei Live-Wetten kann Swisslos in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — Wetten mit der Quote 1.00 werten. Kommt das vor, wird die betroffene Vorhersage aus der Kombination herausgenommen, und die Gesamtquote sinkt. Für eine Systemwette wird das schnell zum stillen Umbau.

Ein Risiko liegt ausserdem ausserhalb des Spielgeschehens: Ein Sporttip-Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer eine Systemwette mit Langzeitwetten spielt, muss den Fristenkalender deshalb selbst mitführen.

Und ein Punkt, der nur die Kombination betrifft, aber in jede Systemwette hineinreicht: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer zwei Märkte desselben Spiels in ein System legt, ohne die Funktion zu nutzen, riskiert die ganze Reihe.

Was Spielerschutz in der Praxis kostet

Zuerst das Notwendige: Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei der Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Der Veranstalter kontrolliert also nicht das Spielverhalten, sondern zuerst die Person.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und diese Sperre kann nicht vor Fristablauf aufgehoben werden. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die wirksamste Schutzmaschine, die einem Schweizer Spieler offensteht: einmal eingetragen, wirkt sie über die Sportwette hinaus.

Auf der Gegenseite steht ein Test der Gespa, der ins Gedächtnis gehört: Bei Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist damit kein verlässlicher Filter, und wer sein Budget schützen will, sollte sich nicht darauf verlassen.

Limiten, die man selbst setzen muss

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72-Stunden-Regel ist die eigentliche Geschichte. Wer eine hohe Limite setzt und sie später ändern will, sitzt genau dann fest, wenn die Versuchung am grössten ist. Und die Limite ist kein Betrag, den man am Wettschein vorbeimogelt — sie ist eine selbst gewählte Grenze, die in dem Moment wirkt, in dem man sie gesetzt hat.

Für den Spieler mit kleinem Budget ist die Verlustlimite der entscheidende Hebel. Ein System mit «3 aus 8» und 56 Reihen à CHF 1 ist ein Gesamteinsatz von CHF 56. Wer das dreimal in der Woche macht, hat seine Monatsgrenze in kurzer Zeit erreicht. Die Limite zwingt genau zu dieser Rechnung, die man sonst im Kopf macht.

Eine Verlustlimite und eine Einzahlungslimite steuern dabei Verschiedenes: Die eine begrenzt den Nettoverlust, die andere den Cashflow. Bei einer Systemwette mit vielen Reihen ist der Cashflow der Engpass, weil der Gesamteinsatz sofort fällig wird, bevor ein einziges Ergebnis feststeht.

Spielguthaben, Auszahlung, Gebühren

Auf der technischen Seite gibt es Regeln, die viele erst merken, wenn sie Geld bewegen. Bei Swisslos kauft man Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt.

Auszahlungen sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto möglich. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Für eine Systemwette hat die 3-Prozent-Kommission eine direkte Folge. Wer regelmässig spielt und alle zwei Monate mehrfach auszahlt, zahlt Gebühren auf genau den Vorgang, der aus einem Gewinn echte Liquidität macht. Das ist kein Grund, nicht zu spielen, aber ein Grund, Auszahlungen zu bündeln. Wer sein Guthaben nach jeder Woche abräumt, verliert auf einen kleinen Gewinn mehr, als ihm die Quotendifferenz zwischen zwei Systemformen je einbringt.

Als Zahlungsweg für das Swisslos-Spielkonto nennt Swisslos unter anderem PostFinance Pay; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Das ist keine Empfehlung einer Zahlungsart, sondern die Beschreibung eines Wegs, den viele Schweizer wählen.

Was es nicht gibt: eine Auszahlung an Dritte. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto in Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Wer eine Systemwette für eine Gruppe abgibt und die Auszahlung auf ein fremdes Konto erwartet, hat die Wette in seinem Namen gespielt, aber nicht für seine Zwecke.

Die Grundlagen: Wettreihen, Einsatz, Quote

Eine Systemwette ist eine Reihe sich ähnelnder Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y». Wer «3 aus 5» spielt, gibt fünf Tipps ab und bildet daraus jede mögliche Dreiergruppe. Das sind 10 Wettreihen. Wer «2 aus 4» spielt, bildet 6 Zweiergruppen. «2 aus 5» ergibt ebenfalls 10, «3 aus 6» ergibt 20, «3 aus 7» ergibt 35, «4 aus 7» ergibt 35, «4 aus 8» ergibt 70. Die Zahl wächst nicht gleichmässig, sie wächst wie ein Ballon, und genau dort verliert der Laie die Kontrolle.

Ein grauer Wollschal und eine Thermoskanne liegen auf einem Sitz im winterlichen Stadion, Raureif liegt auf den Stufen.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Jede dieser Reihen ist eine eigene Kombinationswette mit eigener Quote, nämlich dem Produkt der Einzelquoten ihrer Tipps. Der Gesamteinsatz entsteht dadurch, dass der Einsatz pro Wettreihe mal der Zahl der Reihen genommen wird. Bei 2 Franken je Reihe und 10 Reihen liegt man bei 20 Franken. In der Schweiz sind die Beträge Franken, die Mechanik bleibt dieselbe.

Und jetzt der Teil, der in der Werbung für Systemwetten nie vorkommt: Die Anzahl der Reihen ist keine Eigenschaft des Systems, sondern eine Wahl des Spielers. Wer «3 aus 5» mit CHF 10 pro Reihe spielt, hat CHF 100 im Spiel. Wer dieselben fünf Tipps als Einzelwetten à CHF 10 spielt, hat CHF 50 im Spiel. Die Systemwette ist, gemessen am Einsatz, die teuerste Art, dieselbe Meinung zu äussern.

Ein System ist deshalb nicht nur eine Wette, sondern ein Budgetentscheid. Wer ein System spielt, ohne die Reihenzahl vorher auszurechnen, hat sein Budget ausgegeben, bevor der erste Anpfiff erfolgt.

Was eine Reihe bei Teil-Treffern zurückbringt

Die Systemwette wirkt nicht über die Trefferwahrscheinlichkeit, sondern über die Zahl der Reihen. Bei höchstens zwei richtigen Tipps ist ein «3 aus 5» verloren. Bei drei richtigen Tipps geht genau eine Reihe auf — die Kombination der drei richtigen, sofern alle drei in derselben Reihe stehen. Bei vier richtigen Tipps gehen vier Reihen auf, bei fünf richtigen alle zehn. Die Absicherung beginnt also nicht bei der Hälfte, sondern erst oberhalb der Schwelle, die vor dem «aus» steht.

Das ist die zweite Stelle, an der die Rechnung härter ist als das Etikett. Der empfohlene Systemsatz bei Sporttip liegt bei CHF 1 pro Reihe — identisch mit dem Mindesteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette. Die Mindestreihe ist also billig, die Wahl der Reihenzahl aber teuer.

Ein System mit drei Quoten durchrechnen

Man kann das nicht nachlesen, man muss es vorrechnen, und da die Quote sich in der Systemwette multipliziert, gibt es keine Wunderzahlen. Nehmen wir drei angenommene Quoten — 1.50, 2.00 und 2.50 — und einen Einsatz von CHF 1 pro Reihe, ausdrücklich als Beispiel, nicht als quotierte Zahl.

Bei «2 aus 3» ergeben sich drei Reihen mit den Quoten 1.50 × 2.00 = 3.00, 1.50 × 2.50 = 3.75 und 2.00 × 2.50 = 5.00. Ein Volltreffer bringt also 3.00 + 3.75 + 5.00 = CHF 11.75 Rückfluss bei CHF 3 Einsatz, was einem Nettogewinn von CHF 8.75 entspricht. Gehen nur die beiden kleineren Quoten auf — 1.50 und 2.00 —, zahlt eine einzige Reihe 3.00 aus, macht bei CHF 3 Einsatz einen Nettoverlust von CHF 2.00. Geht nur die 2.50 mit der 2.00 auf, sind es CHF 5.00 Rückfluss und CHF 2.00 Gewinn. Die Bandbreite reicht also von CHF 0.00 Rückfluss bis CHF 11.75, und dahinter steckt kein Trick, sondern die Auswahl, die man vorher getroffen hat.

Als Vergleich die Einzelwetten-Variante: CHF 1 auf jede der drei Quoten bringt bei Volltreffer 1.50 + 2.00 + 2.50 = CHF 6.00 brutto bei CHF 3 Einsatz. Die Systemwette bringt bei drei angenommenen Quoten also fast das Doppelte — aber eben nur beim Volltreffer. Wer zwei von drei Tipps richtig hat, hat bei der Einzelwette CHF 2.00 auf einem Gewinner, während die Systemwette in zwei der drei Fälle CHF 0.00 zurückgibt.

Wer die Teiltreffer sauber vergleichen will, muss sich die Quoten der einzelnen Reihen notieren und gegen die Kombinationen der übrigen Paare stellen. Bei 10 oder mehr Reihen geht das nur noch mit einer Tabelle.

System Zahl der Wettreihen Gesamteinsatz bei CHF 1 je Reihe Möglicher Rückfluss, wenn alle drei Quoten aufgehen
«2 aus 3» 3 CHF 3 k. A.
«2 aus 3», Einzelwetten statt System 3 Einzelwetten CHF 3 CHF 6.00 (1.50 + 2.00 + 2.50)

Wo die Auszahlungsquote bleibt

Der Grund für das, was Leser bemerken und nicht einordnen können, ist der Quotenschlüssel oder die Auszahlungsquote: der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt. Man berechnet ihn als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes; die Differenz zu 100 % ist die Marge.

Ein konstruiertes Beispiel: ein Markt mit drei Ausgängen und den Quoten 2.00, 3.50 und 3.50. Die Kehrwerte sind 0,50, rund 0,2857 und rund 0,2857, die Summe liegt bei rund 1,0714. Der Auszahlungsschlüssel beträgt damit etwa 93,3 %, und die Marge etwa 6,7 %. Bei einem Markt mit den Quoten 2.00, 3.20 und 3.20 kommt man auf rund 94,1 % Auszahlung und damit auf eine Marge nahe 6 %. Die Werte sind Beispiele mit angenommenen Quoten, kein Zitat eines aktuellen Marktes.

Diese Marge fällt nicht beim Einzahlen an, sie steckt in jedem Preis. Bei einem «3 aus 5» mit 10 Reihen wird sie 10-mal bezahlt, und daraus folgt der einzige Satz, den man aus diesem Abschnitt mitnehmen muss: Die Systemwette verteilt die Marge breiter, sie reduziert sie nicht.

Die Strategie: Was ein System leisten kann und was nicht

Das Wort «System» weckt die falsche Erwartung. Es klingt nach einer Methode, die Gewinnen eine Struktur gibt, in der sie sich vermehren. Es ist aber nur eine andere Verteilung derselben Ereignisse auf mehr Wetten. Der eigentliche Effekt ist ein Rückgang der Schwankung — der Weg zurück in den Bereich, in dem man sich nach einem Abend mit drei richtigen Tipps noch als Beobachter fühlt.

Der Unterschied zwischen «3 aus 5» und einer Kombiwette mit denselben fünf Tipps ist nicht die Trefferchance, sondern die Zahl der gleichzeitig laufenden Wetten und die Verteilung des Rückflusses. Bei «3 aus 5» gewinnt man mit drei richtigen und verliert mit zwei richtigen. Wer zwei von fünf richtig hat, hat bei einer Kombi nichts — bei «3 aus 5» ebenfalls nichts. Die Absicherung beginnt erst bei drei.

Das ist der Trade-off, und er lässt sich nicht durch eine höhere Quote ausgleichen. Die Systemwette ist für den attraktiv, der bei fünf oder sechs Tipps mit einem Fehler rechnet und trotzdem etwas zurückbekommen will. Sie ist nutzlos als Werkzeug, um ein bestimmtes Ereignis zu «gewinnen». Ein System verhindert nicht, dass der Favorit verliert.

Dazu kommt: Eine Systemwette auf zwei Spiele desselben Wettbewerbs, die nicht voneinander abhängen, ist etwas anderes als eine auf zwei Märkte derselben Partie. Die abhängigen Ereignisse kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion, und ein System, das diese Grenze nicht beachtet, riskiert den Rückzug der ganzen Reihe. Die Disziplin, die eine Strategie ausmacht, beginnt also bei der Auswahl der Ereignisse, nicht bei der Wahl der Reihenzahl.

Warum eine Strategie die Marge nicht wegzaubert

Die Systemwette macht aus einer Meinung viele Reihen, und jede Reihe trägt die Marge des Buchmachers in sich. Wer bei 5 % Marge zehn Reihen spielt, hat in jeder Reihe bezahlt.

Das heisst nicht, dass es keine gute Gewohnheit gibt. Es heisst, dass ein System einem nicht erlaubt, weniger zu bezahlen — nur anders. Bei einem «2 aus 4» hat man sechs Wetten, und ein systematischer Nachteil verschiebt das Ergebnis nach unten, gleichmässig über sechs statt über eine Position. Für den Buchhalter ist der Unterschied gering, für den Erlebniswert gross.

Das ist übrigens ein Argument für wenige Reihen pro System. Wer 20 oder 35 Reihen spielt, hat die Marge 20- oder 35-mal bezahlt, um eine Absicherung zu erhalten, die er mit einem «3 aus 5» und zehn Reihen in der Regel preiswerter bekommt.

Wann ein System seinen Zweck verfehlt

Ein System verfehlt seinen Zweck in drei Lagen. Erstens, wenn die Tipps stark korreliert sind: Eine Reihe, in der zwei ähnliche Ereignisse stecken, ist keine unabhängige zweite Chance. Zweitens, wenn die Quoten sehr klein sind: Bei lauter 1.30er-Quoten bringt eine Dreierreihe nur 2.20, und die Marge frisst den Rest. Drittens, wenn niemand nachgehalten wird: Wer nicht aufschreibt, welche Reihen offen sind, erfährt den Teilgewinn erst, wenn das Geld auf dem Konto liegt.

Was man stattdessen tun kann: die Zahl vor dem «aus» klein halten. Ein «2 aus 3» mit drei Reihen ist ein exemplarischer Einstieg, um das Verhalten zu lernen. Ein «3 aus 5» mit zehn Reihen und einer Fehlertoleranz von zwei Tipps ist eine Balance, die man wählen kann. Ein «4 aus 8» mit 70 Reihen ist eine Wette auf ein sehr enges Fehlermuster.

Wie viele Reihen es wirklich sind

Die Reihenzahl ist der Binomialkoeffizient — die Anzahl der Teilmengen der Grösse X aus einer Menge von Y. Für «2 aus 5» sind das 10, für «2 aus 4» 6, für «3 aus 6» 20, für «3 aus 7» 35, für «4 aus 8» 70. Diese Zahlen sind keine Marketingwerte, sie folgen aus der Kombination, und wer sie kennt, erkennt auch das Problem: Die Zahl sagt nichts über die Erfolgswahrscheinlichkeit. Sie sagt nur, wie oft man den Einsatz in die Hand nimmt.

Die Systemwette bei den Schweizer Veranstaltern

Hier wird konkret, was die Systemwette in der Schweiz kostet. Sporttip und Jouez Sport setzen eigene Einsatzgrenzen, und diese Grenzen sind keine Fussnote, sondern der eigentliche Unterschied zwischen den beiden.

Platz Brand Bewilligung / Veranstalterin Systemwetten-relevante Grenze
1 Sporttip (Swisslos) Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa; Veranstalterin SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1; Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette
2 Jouez Sport (Loterie Romande) Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa; 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; Höchsteinsatz CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette; Wettschein mit Multiples höchstens CHF 7’500 Gesamteinsatz

Diese Übersicht führt zwei Plätze, weil es zwei gibt. Die Reihenfolge folgt der Bewilligungslage, nicht einer Wertung. Zwei Dinge springen ins Auge: Sporttip weist überhaupt einen eigenen Höchsteinsatz für Systemwetten aus, und er liegt beim Zehnfachen des Kombisatzes. Die Loterie Romande führt in ihrem Reglement keine vergleichbare Systemgrenze; wer dort mit vielen Reihen arbeitet, muss sich an der Kombi- und Multiple-Grenze orientieren.

Die CHF 10’000 sind kein Zufallsbetrag. Sie erlauben bei «3 aus 5» mit zehn Reihen einen Einsatz von CHF 1’000 pro Reihe — das ist eine Grössenordnung für jemanden, der eine einzelne Reihe als eigenständige Wette begreift. Die Grenze schützt nicht den Kunden, sondern die Veranstalterin vor einem Konzentrationsrisiko.

Bei Swisslos gilt zusätzlich: Die Limiten können jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Eine Wettschein-Angabe über der Grenze ist also nicht eine Wette mit Vorbehalt, sondern gar keine Wette. Wer eine Systemwette plant und sie knapp unter die Limite legt, sollte sich bewusst sein, dass die Grenze sich bewegen kann.

Was am Ende ausgezahlt wird

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das ist eine kleine Verengung nach unten, die bei einer einzelnen Reihe kaum auffällt: Bei 10 Reihen à CHF 10 sind es ein paar Rappen. Über ein Jahr mit vielen Wetten ist es ein Betrag, aber kein Grund zur Aufregung. Wichtiger ist die Richtung: Die Rundung geht immer gegen den Spielenden, und das ist bei jedem gewerblichen Wettangebot so.

Bei Jouez Sport gelten eigene Deckel: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Gewinnobergrenze wird bei einer normalen Systemwette selten erreicht, weil sie einen sehr grossen Einsatz oder sehr hohe Quoten verlangt. Der Deckel ist die Antwort auf das Risiko, das die Veranstalterin trägt — und er wird im selben Reglement geführt wie die Quote, die man braucht, um ihn zu berühren.

Was man aus dieser Gegenüberstellung mitnehmen kann: Die beiden Schweizer Veranstalter zahlen nicht «besser» oder «schlechter». Ihre Quoten kommen aus denselben Spielen, und ihre Grenzen regeln unterschiedliche Dinge — der eine den Einsatz, der andere den Gewinn. Wer die Systemwette vor allem deshalb wählt, weil sie so flexibel klingt, sollte wissen, dass die Flexibilität an zwei Stellen aufhört: beim Wohnsitz und bei der Bewilligung.

Die ausländischen Marken im Vergleich: warum sie hier ohne Bewilligung stehen

Zwei Schweizer Veranstalter und zehn Plätze in einer Übersicht — dazwischen liegen acht ausländische Marken, die ein Schweizer Spieler im Netz trifft. Ich führe sie auf, weil ein Vergleich, der sie verschweigt, dem Leser die halbe Landschaft verschweigt. Ich führe sie unter einem Vorbehalt auf, der für alle acht gleich gilt: Sie haben keine Schweizer Bewilligung, sie sind nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, und sie bieten keinen Schweizer Rechtsschutz. Das ist keine Einschätzung, sondern der Rahmen, den das Gesetz setzt.

Was in diesem Zusammenhang juristisch zählt: Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Und die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die Liste wird laufend fortgeschrieben, und gesperrte Domains tauchen unter neuen Namen wieder auf. Ein Angebot, das heute erreichbar ist, kann morgen unerreichbar sein. Wer möchte, prüft eine Domain auf der Sperrliste der Gespa, bevor er Geld überweist.

Was für den Spieler auf der Habenseite steht, ist ein Detail, das man nicht unterschlagen sollte: Winnings from foreign providers unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Das ist aber keine Ersparnis, sondern eine Verschiebung — die kantonale Steuerpraxis kann solche Gewinne als Einkommen behandeln. Wer das für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Nach diesem Rahmen die acht Marken, jede nur mit dem, was über sie bekannt ist.

3. 20Bet: internationale Reichweite, schweizerische Lücke

20Bet betreibt unter 20bet ein Wettangebot mit internationalen Sportarten und Märkten. Die ausländische Adresse hat in der Schweiz keine Wirkung: Das Unternehmen hat keine schweizerische Bewilligung, und nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Eine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz ist nicht feststellbar; eine allfällige ausländische Lizenz entfaltet hier keine Kraft. Damit fehlt der Anschluss an das Sperrregister ebenso wie der Schweizer Rechtsschutz. Über die konkrete Ausgestaltung allfälliger Systemwetten sagt das nichts aus — es sagt nur, dass der Einsatz dort ausserhalb der Schweizer Absicherung liegt. Wer eine Systemwette mit zehn Reihen spielt, hat dort ein Zehnfaches an Geld in einer Umgebung ohne die Mechanismen, die in der Schweiz vorgeschrieben sind, und das ist der einzige Punkt, der bei dieser Marke wirklich entscheidungsrelevant ist.

4. ZotaBet: breites Programm, kein Schweizer Rahmen

ZotaBet operiert und richtet sich an ein internationales Publikum. Auch hier fehlt die Schweizer Bewilligung. Wer dort eine Systemwette spielen möchte, verlässt den Geltungsbereich, in dem Spielerschutzvorgaben durchgesetzt werden, und verliert den Zugang zum Sperrregister, über das er sich sonst schützen lassen könnte. Der Schweizer Rechtsschutz greift nicht; ein Streit wird nicht in der Schweiz ausgetragen. Was bleibt, ist ein Angebot ohne die Rückversicherung, die den Schweizer Markt ausmacht.

5. X3Bet: eine gemeldete Lizenz, die hier nichts bedeutet

X3Bet wird unter ihrem Namen angeboten. Als Bewilligung wird von Drittquellen Tobique (Kanada) berichtet; auch diese hat in der Schweiz keine Wirkung, weil der hiesige Gesetzgeber für Sportwetten nur zwei Veranstalter zulässt. Eine ausländische Bewilligung aus einem beliebigen Drittstaat befreit nicht von der Bewilligungspflicht in der Schweiz. Für den Spielenden heisst das: Der ausländische Rahmen deckt ihn hier nicht ab, und in einem Konflikt steht ihm kein schweizerisches Verfahren zur Verfügung. Eine gemeldete Lizenz ist kein Ersatz für eine Bewilligung.

6. Funbet: kein Anschluss an die Schutzmechanismen

Funbet gehört zur Gruppe der ausländischen Anbieter. Eine Schweizer Bewilligung hat auch Funbet nicht. Die Folgen sind dieselben wie bei den übrigen Marken: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Das ist die Bewilligungslage, und sie ändert sich nicht dadurch, wie umfangreich das Wettprogramm ausfällt.

7. Bruce Bet: kein Schweizer Verfahren in Sicht

Bruce Bet tritt unter Bruce Bet auf, ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Die Schweiz sieht für einen Anbieter aus einem anderen Land keine Möglichkeit vor, ohne interkantonale Veranstalter- und Spielbewilligung Sportwetten zu veranstalten. Wer dort spielt, tut es ausserhalb des Schweizer Regelwerks, und eine Beschwerde gegen einen ausländischen Anbieter ist in der Regel nicht durchsetzbar. Bei einer Systemwette mit vielen Reihen steht mehr auf dem Spiel, und der Weg, auf dem man es zurückholt, ist derselbe, den es nicht gibt.

8. HornetBet: Domain-Hopping als Betriebsmodell

HornetBet ist eine weitere ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Domain ist eine andere, die Rechtsfolge nicht: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an die Spielsperre. Gesperrte Domains tauchen unter neuen Namen wieder auf, und das gilt auch für Marken dieser Art. Wer dort sein Glück versucht, spielt ohne die Absicherung, die in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben ist.

9. BetAlright: kein Adressat für eine Beschwerde

BetAlright wird hier ohne Schweizer Bewilligung geführt. Die Lage ist die gleiche wie bei 20Bet und den übrigen. Es gibt keine schweizerische Stelle, an die man sich wenden könnte, wenn eine Auszahlung ausbleibt, und keine Verpflichtung dieses Anbieters, Spielerschutzmassnahmen im Schweizer Sinn zu betreiben. Zwei gratis Auszahlungen wie bei Swisslos sind dort nicht garantiert, weil es keine Schweizer Regel gibt, die sie verlangt.

10. BillyBets: der letzte Platz ohne Bewilligung

BillyBets steht wie alle anderen vorherigen ohne Schweizer Bewilligung da. Die Bewilligungslage macht den Unterschied zwischen einem Anbieter, der in der Schweiz rechtmässig und mit den Schutzmechanismen agieren darf, und einem, der es nicht darf. Wer eine Systemwette in der Schweiz mit dem Anspruch auf Rechtsschutz, auf Verrechnungsfreiheit kleiner Gewinne und auf Zugang zu Hilfsangeboten spielen will, wendet sich an Sporttip oder Jouez Sport. Alle anderen Angebote stehen ausserhalb dieses Rahmens. Über die Ausgestaltung ihrer Systemwetten sagt das nichts aus, über die Absicherung des Einsatzes sehr viel.

Wann ein System mit vielen Reihen trotzdem teuer ist

Die Absicherung, die eine Systemwette bietet, wird mit jeder zusätzlichen Reihe erkauft. Das ist keine Meinung, sondern eine Multiplikation, die man in Franken rechnen kann. Die Frage ist nicht, ob die Reihenzahl gross ist, sondern in welchem Verhältnis die Kosten des Schutzes zum Nutzen stehen.

Ein «3 aus 6» mit 20 Reihen kostet bei CHF 1 pro Reihe CHF 20. Ein «3 aus 5» mit 10 Reihen kostet CHF 10. Der zusätzliche Schutz gegen einen sechsten Fehltipp ist also genau das: doppelt so viel Einsatz. Wer zwei zusätzliche Reihen für einen noch möglichen Treffer bezahlt, kauft sich nicht mehr Treffer, sondern eine zweite Chance, die sich nur bei genau dem richtigen Fehlermuster auszahlt.

Das ist der Punkt, an dem die Systemwette aufhört, ein Werkzeug zu sein, und zu einem Unterhaltungsformat wird, das man mit derselben Selbstverständlichkeit bezahlt wie ein Kinoticket. Das ist nicht ehrenrührig — das ist genau die Einschätzung, mit der man anfängt, wenn man die Summen der Reihe nach addiert.

Wann die Reihenzahl das Budget sprengt

Der Vergleich, der wirklich zählt, ist nicht System gegen System, sondern System gegen Limite. Nehmen wir jemanden mit einer Verlustlimite von CHF 200 pro Monat. Ein «4 aus 8» mit 70 Reihen kostet bei CHF 2 pro Reihe CHF 140 und damit sieben Zehntel des Monatsbudgets in einer einzigen Wette. Ein «2 aus 4» mit 6 Reihen kostet bei gleichem Reiheneinsatz CHF 12. Die Absicherung ist kleiner, das Budget überlebt aber den Abend.

Wer den umgekehrten Weg geht und die Reihenzahl nach dem Budget wählt, kommt zu einer praktischen Regel: Erst die Limite, dann die Reihenzahl, dann der Einsatz pro Reihe. Nicht umgekehrt — der Reiheneinsatz, den die Werbung in den Vordergrund stellt, ist die letzte Grösse, nicht die erste.

Und wenn ein Gewinn aus einer abgesagten Partie kommt: Bei Sporttip erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00 und fällt aus dem Produkt. Die Reihenzahl, die man geplant hat, kann also kleiner werden, während der Einsatz derselbe bleibt. Auch das ist ein Kostenpunkt.

Ein System mit angenommenen Quoten durchrechnen

Bleiben wir bei angenommenen Quoten, ausdrücklich als Beispiel und nicht als quotierte Zahl. Ein «3 aus 5» mit fünf Voraussagen zu je 2.00 und CHF 1 pro Reihe.

Das System hat 10 Reihen, jede mit einer Gesamtquote von 2.00 × 2.00 × 2.00 = 8.00. Bei fünf richtigen Tipps zahlen alle zehn Reihen aus: 10 × 8.00 = CHF 80.00 Rückfluss bei CHF 10 Einsatz. Bei vier richtigen Tipps zahlen vier Reihen aus: 4 × 8.00 = CHF 32.00. Bei drei richtigen Tipps zahlt genau eine Reihe aus, nämlich die Kombination der drei richtigen, sofern die übrigen zwei Tipps nicht in derselben Reihe stehen: CHF 8.00 bei CHF 10 Einsatz, also ein Nettoverlust von CHF 2.00. Bei zwei oder weniger richtigen Tipps geht keine Reihe auf, und die CHF 10 sind verloren.

Der Effekt, der hier sichtbar wird: Die Grenze, ab der überhaupt Geld zurückkommt, liegt bei drei richtigen Tipps, und die Erstattung an dieser Grenze liegt unter dem Einsatz. Man muss vier von fünf richtig haben, um bei einer Quote von 8.00 pro Reihe im Plus zu landen. Das ist die eigentliche Antwort auf die Frage, was eine Systemwette kostet: Der Teilgewinn, von dem alle reden, ist ein Verlust mit Anstand.

Als Vergleich dieselben fünf Quoten als Kombiwette: eine Reihe mit 2.00 hoch fünf, also einer Gesamtquote von 32.00, bei CHF 10 Einsatz macht CHF 320.00 — falls alle fünf aufgehen. Die Kombi zahlt also das Vierfache aus, verliert dafür bei einem einzigen Fehler komplett. Das ist dieselbe Meinung, mit unterschiedlicher Verteilung: Die Systemwette kauft Rückfluss in der Mitte, die Kombi Konzentration an der Spitze. Keine der beiden Varianten ist günstiger zu haben, weil beide dieselbe Marge in denselben Quoten tragen.

Noch eine Kontrollrechnung, die man selbst nachhalten kann: 6 Reihen beim «2 aus 4», jede mit der Quote 4.00 bei zwei angenommenen Zweierquoten von 2.00. Bei drei richtigen Tipps von vier zahlen drei Reihen aus, also 3 × 4.00 = CHF 12.00 bei CHF 6 Einsatz. Das ist ein Gewinn von CHF 6.00. Bei zwei richtigen Tipps zahlt eine Reihe aus: CHF 4.00 bei CHF 6 Einsatz, ein Verlust von CHF 2.00. Wer diese Zahlen einmal selbst aufschreibt, braucht keinen Rechner mehr, um zu erkennen, dass die Systemform nicht die Höhe des Erwartungswerts bestimmt, sondern nur, wie er sich über die möglichen Ergebnisse verteilt.

Und wer sich doch einen Rechner nimmt: Der Nutzen liegt nicht im Ergebnis, sondern in der Reihenzahl. Die Zahl der Reihen multipliziert den Einsatz, bevor der erste Anpfiff erfolgt, und das ist der einzige Schritt in dieser Rechnung, den man vollständig in der Hand hat.

Wenn eine Vorhersage im System fehlt

Wenn eine Partie abgesagt wird oder eine Vorhersage ungültig wird, verändert sich die Struktur, nicht nur das Ergebnis. Bei Sporttip ist das über die Quote 1.00 geregelt: Die betroffene Voraussage fällt aus dem Produkt. Die sichtbare Konsequenz für eine Systemwette ist, dass die Reihenzahl kleiner ausfallen kann, als der Wettschein angezeigt hat. Das ist der stille Umbau, der in fast allen Fällen unbemerkt bleibt.

Für den Spielenden bedeutet das, dass seine eigene Rechnung mit einer Reihenzahl aufging, die vor dem Ereignis galt, während die am Ende geltende kleiner sein kann. Deshalb sind Systeme mit vielen Vorhersagen und langen Zeiträumen riskanter als kurzfristige: Je mehr Ereignisse, desto grösser die Chance, dass eines davon wegfällt oder mit Quote 1.00 gewertet wird.

Ein zweiter Begriff aus dem Umfeld bleibt Missverständnissen ausgeliefert. Eine Bankwette ist kein Bestandteil des Systems, sondern ein zusätzlicher Tipp, der in alle Reihen eingeht: Geht die Bank auf, steigt die Quote jeder Reihe; geht sie daneben, ist das ganze System weg. Die Bank erhöht also die Abhängigkeit der Reihen voneinander. Wo eine Vorhersage mit Quote 1.00 die Reihenzahl verkleinert, da vergrössert eine falsche Bank das Risiko aller Reihen gleichzeitig. Beide Phänomene kommen in Systemwetten vor und werden in den meisten Erklärungen durcheinandergebracht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Systemwette, und wie unterscheidet sie sich von einer Kombiwette?

Eine Systemwette bündelt mehrere Tipps zu vielen kleinen Kombinationswetten, geschrieben als «X aus Y». Eine Kombiwette fasst dieselben Tipps in eine einzige Reihe. Bei «3 aus 5» entstehen zehn Reihen. Wer drei von fünf Tipps richtig hat, bekommt bei der Systemwette eine Reihe ausgezahlt, während die Kombiwette längst verloren ist.

Wie viele Wettreihen ergeben sich bei «3 aus 5», und wie hoch ist der Gesamteinsatz?

Aus fünf Tipps lassen sich zehn Dreiergruppen bilden. Der Gesamteinsatz ist die Reihenzahl mal dem Einsatz pro Reihe: Bei CHF 2 je Reihe sind das CHF 20, bei CHF 5 je Reihe bereits CHF 50. Die Reihenzahl steht fest, sobald die Zahl der Tipps und die Systemform gewählt sind.

Wie berechnet sich der Gewinn, wenn nur ein Teil der Tipps richtig ist?

Jede gewonnene Reihe zahlt ihre eigene Quote aus, das Produkt der Einzelquoten ihrer Tipps. Bei drei richtigen von fünf geht nur die Reihe auf, die ausschliesslich richtige Tipps enthält, alle anderen sind verloren. Der Rückfluss liegt an dieser Grenze häufig unter dem Gesamteinsatz.

Welche Systemwette die beste ist, hängt das von Quoten und Budget ab?

Eine allgemein beste Systemform gibt es nicht, weil die Marge der Veranstalter in jeder Reihe steckt. «2 aus 3» ist mit drei Reihen billig und läuft schon bei zwei von drei Tipps. Je tiefer die Zahl vor dem «aus», desto kleiner der Gesamteinsatz, aber auch der Rückfluss. Die Wahl folgt dem Budget.

Bieten Sporttip und Jouez Sport Systemwetten an, und welcher Höchsteinsatz gilt?

Sporttip führt einen Höchsteinsatz von CHF 10’000 für eine Systemwette bei CHF 1 Mindesteinsatz. Die Loterie Romande nennt für Jouez Sport keine vergleichbare Systemgrenze; dort gilt CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette und höchstens CHF 7’500 pro Multiple-Wettschein. Beide verlangen Wohnsitz im jeweiligen Gebiet.

Was bedeutet eine Bankwette, und was passiert, wenn ein Ereignis des Systems abgesagt wird?

Eine Bankwette ist ein fester Tipp, der in alle Reihen eingeht; geht er auf, steigt die Quote, geht er daneben, ist das System weg. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, erhält diese Voraussage die Quote 1.00 und fällt aus dem Produkt.

Inhalt erstellt vom Team «mobilzahlungwetten»