Schachwetten in der Schweiz: nur zwei Veranstalter, und beide deckeln, was Sie verlieren dürfen
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Stand: Oktober 29, 2026, geprüft anhand der Angaben der Gespa als Aufsichtsbehörde und der Bewilligungen nach Geldspielgesetz.
Wer in der Schweiz auf eine Schachpartie setzen will, stösst auf eine Zahl, die jede Marketingfolie widerlegt: zwei. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist der gesamte bewilligte Wettmarkt dieses Landes. Alles andere, was eine Suchmaschine unter Schachwetten ausspuckt — und es ist viel — arbeitet ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister und ohne Weg, auf dem Sie einen Streit über eine Wette durchsetzen könnten.
Stand: Oktober 29, 2026, geprüft anhand der Angaben der Gespa als Aufsichtsbehörde und der Bewilligungen nach Geldspielgesetz.
Damit ist die Frage nach der Auswahl kleiner, als der Suchbegriff verspricht. Interessanter wird dafür die Kostenfrage. Schach ist kein Fussball, und die Eigenheiten des Spiels schlagen direkt auf die Quote durch: ein Remis ist im Schach ein Ergebnis wie jedes andere, bei Meistern sogar das häufigste Bild der Partie. Wer ein Unentschieden für ein Nebenergebnis hält, das man beim Wetten ignorieren kann, hat den Mechanismus nicht verstanden, der seinen Einsatz bewegt. Und in jeder Quote, ob auf Sieg oder Remis, steckt der Anteil, den der Veranstalter einbehält — der unsichtbarste Posten auf dem Wettschein.
Dieser Text geht beiden Fragen nach: was eine Schachwette in der Schweiz überhaupt sein darf, und was sie den kostet, der sie abschliesst.
Die geprüften Wettanbieter in der Schweiz und ihre Erlaubnis
Neun der zehn Namen in dieser Übersicht sind Auslandsmarken ohne Schweizer Erlaubnis. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern das wichtigste Strukturmerkmal des hiesigen Marktes. Wer die Liste durchliest und die Namen zählt, vergleicht zwei Rechtsräume — und keinen davon ist der «sichere».
| Wettanbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja – Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Donbet | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| Sportuna | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| AmunRa | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| myBet | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| Betscore | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| Gamdom | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| MyStake | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
| Jackbit | Ohne Schweizer Bewilligung | Keine massgebliche Bewilligung für die Schweiz bekannt |
Dass die Spalte mit der gemeldeten Bewilligung bei acht Zeilen fast gleich aussieht, ist selbst das Ergebnis. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine zweite Reihe lizenzierter Buchmacher, die in der Deutschschweiz darauf wartet, entdeckt zu werden, und keine Liste, auf der sie stünden — die Gespa publiziert lediglich die Sperrliste gesperrter Auslandsdomains. Wer im Ausland abschliesst, beteiligt sich an einem Angebot, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, und trägt das Risiko allein.
Die Reihenfolge in dieser Übersicht folgt dem Wettprogramm, den Limiten und den Auszahlungsregeln, nicht dem, was ein Anbieter an Gewinn verspricht. Das ist die einzige Reihenfolge, die bei Schach trägt, weil die Quoten dieses Sports klein sind und die Hausanteile darin gross wirken.
Swisslos Sporttip: der Inlandsanbieter für Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein
Sporttip ist das Produkt, das die meisten Leserinnen und Leser dieser Seite überhaupt erreichen können. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Eine Westschweizer Adresse nützt hier nichts.
Die Limiten sind der Punkt, an dem Sporttip am ehrlichsten wird. Eine Einzel- oder Kombinationswette kostet mindestens CHF 1, höchstens CHF 1’000; eine Systemwette darf bis CHF 10’000 Einsatz tragen. Swisslos kann diese Werte jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. In einem 7½-Punkte-Zweikampf, der zwei Wochen dauert, ist ein Tausender pro Wette mehr, als die meisten setzen wollen — die Obergrenze wird für Schachwettende kaum je zum Problem, die Untergrenze von einem Franken dagegen sehr wohl, weil sie kleine Testwetten auf einzelne Partien billig macht.
Was den Veranstalter kostet, merkt man beim Cash-Out. Der angebotene Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; angeboten werden muss er nicht für jede Wette. Ein Ausstieg ist damit ein Preis, den Sie zahlen, um eine offene Partie loszuwerden — nicht ein Service, der Ihnen etwas bringt. Dass ein Zug nach der zwölften von vierzehn Partien weniger wert ist als der Betrag auf dem Wettschein, ist die Regel und nicht die Ausnahme.
Beim Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob die Partie übertragen wird. Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für langsame Sportarten sind das gute Bedingungen, weil der Veranstalter nicht verlangt, dass Sie zuschauen, während Sie setzen.
Fazit: Sporttip ist die einzige Sportwette, die einer Wohnadresse in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein offensteht, und ihre Einsatzlimiten sind so gesetzt, dass der einzelne Wettschein nicht zur Gefahr wird — die Kosten dieses Modells liegen in der geschlossenen Ereignisliste, nicht in der Gebühr.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Grossspiel, sechs Kantone, anderes Publikum
Jouez Sport ist die zweite Bewilligung dieses Landes und teilt die Schweiz säuberlich in zwei Vertragsgebiete. Die Loterie Romande veranstaltet es für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für wettende Personen ausserhalb dieser sechs Kantone ist die Marke damit unerreichbar — nicht wegen fehlender Qualität, sondern wegen einer Wohnsitzregel. Wer in Zürich sitzt und sich dort ein Konto wünscht, wird auf Sporttip verwiesen, und umgekehrt. Das ist die schärfste Einschränkung des Schweizer Wettmarktes überhaupt: nicht eine Quote, nicht eine Limite, sondern eine Kantonsgrenze.
Über die konkreten Wettarten, Limiten und Auszahlungswege von Jouez Sport sagt das Bewilligungswerk so wenig wie über die von Sporttip im Detail — was beide teilen, ist der Rechtsrahmen: dasselbe Grossspiel, dieselbe Aufsicht, dieselbe Bindung an die Gespa-Liste, dieselbe Pflicht zur Identitätsprüfung und dieselbe Regel, dass Gewinne nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers fliessen dürfen.
Fazit: Die Romandie hat ihre eigene Veranstalterin, und die Auswahl zwischen beiden ist keine Wahl — sie ist eine Wohnsitzfrage, die kein Vergleichstest auflöst.
Donbet: bewilligungsfrei, und damit ausserhalb jeder Schweizer Durchsetzung
Donbet gehört zur Gruppe der Anbieter, deren Erlaubnis für die Schweiz nicht feststeht und dort auch keine Wirkung hätte: Eine ausländische Bewilligung gilt nicht auf Schweizer Gebiet. Der Anbieter ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Aufsicht über sein Wettprogramm und keinen Schweizer Rechtsweg für eine Streitigkeit über eine Wette. Seine Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen und dann über DNS durch die hiesigen Telekom-Anbieter gesperrt werden.
Für Schach bedeutet das: Ob und zu welchen Märkten Donbet überhaupt Partien anbietet, ist Sache des Anbieters und seiner eigenen Bedingungen — geprüft hat das hier niemand mit Schweizer Befugnis. Was ein Konto dort nicht hat, ist der Schutz, den ein bewilligter Veranstalter allein schon durch seine Aufsicht tragen muss.
Fazit: ein Angebot ohne Rückhalt im Schweizer Recht — wer dort abschliesst, verhandelt im Streitfall mit einer Firma, gegen die keine hiesige Stelle etwas durchsetzt.
Sportuna: derselbe Status, dasselbe Risiko, andere Optik
Sportuna führt in der Schweiz keine Bewilligung und kann sie nach der kantonalen Begrenzung auf zwei Veranstalterinnen auch nicht führen. Die ausländische Erlaubnis, falls vorhanden, hat hier keine Kraft. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Aufsicht über das Wettprogramm, keine Schweizer Beschwerdestelle — und die Möglichkeit, über die Sperrliste aus dem hiesigen Netz verschwinden.
Was das für Schach heisst, ist nüchtern: sieben Partien eines WM-Kampfes mit wechselnden Quoten sind genau die Art Ereignis, bei der ein Anbieter seine Regeln selbst ändern kann, ohne dass eine Aufsichtsbehörde hinschaut. Ob Sportuna das tut, sagt niemand.
Fazit: kein Schweizer Adressat für eine Beschwerde — das ist der ganze Unterschied, der zählt.
AmunRa: der Name sagt nichts über die Erlaubnis
AmunRa ist als Auslandsmarke ohne Schweizer Bewilligung geführt. Damit gilt alles, was für diese Gruppe gilt: keine Aufsicht, kein Sperrregister, keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit, Sperrliste als Option. Auch hier stammt jede Angabe über Märkte, Limiten und Auszahlungen allein aus den Bedingungen des Anbieters.
Und genau darin liegt der Kostenpunkt. Ein Vergleich der Schachmärkte über mehrere Anbieter hinweg hilft nur, wenn die Regeln vergleichbar nachprüfbar sind. Bei einem bewilligten Veranstalter ist der Rahmen des Angebots nicht verhandelbar; bei einem ohne Erlaubnis ist er eine Hausordnung.
Fazit: Ohne Bewilligung ist die Hausordnung das ganze Regelwerk — und die kann sich mit der nächsten Überarbeitung der AGB ändern.
myBet: ein bekannter Name auf der Liste ohne Schweizer Bewilligung
myBet steht in dieser Übersicht wie die übrigen Auslandsmarken: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne hiesigen Rechtsweg, mit der Sperrliste der Gespa als möglicher Folge. Ein bekannter Markenname ändert daran nichts, denn die Bewilligung ist eine Tatsache des Rechts und keine Frage des Bekanntheitsgrades.
Für Schachwetten heisst das, was es für jede Sportart heisst: der Anbieter entscheidet allein, welche Partien er als Ereignis führt, wie er mit Remis umgeht und wann er Quoten anpasst. Diese Entscheidungen prüft niemand gegen eine Schweizer Liste.
Fazit: Für eine Wette auf eine live übertragene WM-Partie mag das Angebot breiter sein — getragen ist es trotzdem von keiner Schweizer Bewilligung.
Betscore: ohne Bewilligung, aber mit Domain-Risiko
Für Betscore gilt derselbe Status. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann über die Sperrliste aus dem Schweizer Netz verschwinden, weil Schweizer Telekom-Anbieter die Domains per DNS blocken. Geblockte Domains werden binnen Stunden ersetzt — ein Katz-und-Maus-Spiel, in dem die wettende Person am Ende ein Konto und offene Wetten hat, deren Portaladresse nicht mehr erreichbar ist.
Wer auf einen WM-Kampf über zwei Wochen setzt, sollte diese Möglichkeit mitdenken, denn die Laufzeit einer Wette ist länger als die Reaktionszeit einer Sperrliste.
Fazit: ein Konto auf einer Domain, die jederzeit aus dem hiesigen Netz fallen kann, ist ein operatives Risiko, das die Quote nicht bezahlt.
Gamdom: dieselbe Erlaubnislage, dieselben Folgen
Gamdom wird hier als Marke ohne Schweizer Bewilligung geführt, mit allen Konsequenzen dieser Gruppe. Kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht über Wettarten und Limiten, keine Schweizer Durchsetzung und die Option der Zugangssperre.
Was bei Schach besonders auffällt: Die Eigenheit des Spiels ist der hohe Remisanteil, und ob ein Anbieter ein eigenes Remis-Angebot führt und wie er es bewertet, entscheidet über den ganzen Wettschein. Bei einem Auslandsanbieter ist das eine Frage an dessen Kundendienst, nicht an eine Aufsichtsbehörde.
Fazit: Ohne Schweizer Bewilligung gibt es keinen Adressaten für eine Aufsichtsfrage — nur die Bedingungen des Anbieters.
MyStake: Erlaubnis nicht feststehend, Wirkung in der Schweiz gleich null
MyStake teilt den Status der übrigen acht Auslandsmarken. Eine Bewilligung, die für die Schweiz nicht feststeht, hat auf Schweizer Gebiet keine Wirkung. Wer dort wettet, ist nicht im Sperrregister erfasst und hat keine Schweizer Stelle, die ein Fehlverhalten des Anbieters prüft.
Das ist bei langsamen Sportarten wie Schach kein abstraktes Risiko. Ein Zweikampf über vierzehn Partien dauert zwei Wochen; eine Quotenänderung mitten im Wettbewerb ist in dieser Zeit normal, und wer sie prüfen lassen will, braucht eine Stelle, die zuständig ist.
Fazit: Für Beträge, die man abschreiben kann, mag das gehen; für alles darüber fehlt die Grundlage.
Jackbit: ohne Bewilligung, und ohne Schweizer Schutzweg
Jackbit ist ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung geführt. Es gilt dieselbe Lage wie bei Donbet, Sportuna, AmunRa, myBet, Betscore, Gamdom und MyStake: kein Sperrregister, keine Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Möglichkeit. Jeder Vergleich der Schachmärkte mit diesem Anbieter bleibt ein Vergleich auf Basis seiner eigenen Bedingungen.
Und das ist der Punkt, an dem die Auswahl für einen Schachwetter zusammenläuft: Die interessanten Fragen bei diesem Sport — wie viele Remis-Märkte, wie werden Kathybo und Langzeitwetten behandelt, wie wird ein Tiebreak gewertet — lassen sich nur bei einem bewilligten Veranstalter aus einer prüfbaren Grundlage heraus beantworten.
Fazit: Die Marke mag ein breites Programm haben; die Grundlage, auf der ein Schweizer Wettender hier sein Geld bindet, ist keine, die eine hiesige Behörde deckt.
Grundlagen: Partieablauf, Wertung und die Eigenheiten des Schachs
Schach ist spieltheoretisch ein Sonderfall. Ein Brett mit 8 × 8 = 64 Feldern, zu Beginn 32 Figuren, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Ein Weltschachbund, die FIDE, wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Für Wettende ist jedoch eine andere Kennzahl entscheidend: Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte, und bei Schachmeistern liegt die Remisquote bei rund 43 %.

Vier von zehn Partien auf Spitzenniveau enden also unentschieden, ohne Sieger. Wer aus dem Fussball kommt, wo ein Remis als Nebenausgang gilt, muss umdenken: hier ist es das erwartbare Ergebnis. Und ein Ergebnis, das häufig eintritt, hat eine tiefe Quote — was bedeutet, dass der Anteil des Veranstalters in dieser Quote besonders schwer zu schlucken ist.
Die Mechanismen, die zum Remis führen, sind zahlreich und zum Teil formal. Die Partie endet unentschieden unter anderem durch Patt, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht, durch Einigung der Parteien, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel, ebenfalls auf Antrag. Automatisch remis ist sie bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, ausserdem bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann.
Diese Unterscheidung ist keine Feinheit für Sportjuristen. Sie entscheidet, ob ein Wettschein nach zwei Stunden eingelöst oder nach drei Tagen entschieden wird, und sie ist der Grund, warum die Zeitdimension beim Schachwetten anders aussieht als bei einem Fussballspiel mit fixen 90 Minuten.
Warum der Remis-Anteil die Quoten auf Sieg und Remis zusammenschiebt
Eine Zwei-Weg-Wette kennt kein Unentschieden — im Schach aber schon. Deshalb ist das Dreier-Modell mit Quote auf Weiss-Sieg, Remis und Schwarz-Sieg der Normalfall. Der Remis-Ausgang verlangt eine eigene Quote, und weil er bei Meistern bei etwa 43 % liegt, ist dieses Angebot tief. Tiefe Quoten sind der Preis dieser Sportart: Der Buchmacher handelt nicht mit einem Zufallsergebnis, sondern mit einem Zustand, der in fast der Hälfte der Partien eintritt.
Die praktische Folge für die Kontoführung: Wer einen Remis-Tipp mit 2.50 gewinnt, braucht für dieselbe Auszahlung einen höheren Einsatz als bei einem Aussenstand mit 6.00 — oder er setzt dasselbe und bekommt weniger zurück. In beiden Fällen bleibt dieselbe Quote um denselben Anteil geschmälert. Der Reiz, den eine hohe Quote auf einen Aussenseiter macht, ist immer auch die Grösse, mit der ein seltener Ausgang seltener eintritt.
Was eine Wette aus Einsatz und Quote macht
Die Rechnung, die den Gewinn eines Wettscheins bestimmt, ist einfach, und sie entscheidet über alles Weitere. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf Quote 2.10 ergibt sich ein Rückzahlungsbetrag von CHF 210 — die Auszahlung beträgt 100 × 2.10, der Reingewinn 100 × (2.10 − 1) = CHF 110. Die Quote ist also nicht die Auskunft darüber, wie wahrscheinlich ein Ergebnis ist, sondern darüber, wie viel Geld im Erfolgsfall zurückfliesst. In einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Vorhersagen zu einem einzigen Preis.
Reizvoll an dieser Multiplikation ist, dass sie den Gewinn einer Kombination schneller steigen lässt als den Einsatz — und den Verlust einer falschen Kombination vollständiger macht, weil dein ganzer Einsatz zugleich hängt. Die Zahl, die eine Kombination in der Werbung so attraktiv macht — eine Quote mit zwei Stellen vor dem Komma —, ist derselbe Mechanismus, der die Trefferwahrscheinlichkeit entsprechend klein hält.
Was die Marge in einer Zwei-Weg-Quote ausmacht
Die zweite Zahl, die niemand auf dem Wettschein sieht, steckt im Verhältnis zweier Quoten zueinander. Nehmen wir eine illustrative Zwei-Weg-Wette mit Quote 1.90 auf beiden Seiten — ein Rechenbeispiel, kein Angebot eines bestimmten Veranstalters, und in der Praxis liegen die Quoten selten so gleichmässig. Der Quotenschlüssel dieser beiden Wahrscheinlichkeiten, also der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt insgesamt zurückzahlt, liegt zwischen etwa 96 und 98 Prozent; die Marge, das heisst der einbehaltene Anteil, liegt damit umgekehrt zwischen etwa 2 und 4 Prozent der Einsätze.
Diese Spanne ist keine Unentschiedenheit, sondern die Bedingung des Ergebnisses. Der Wert ergibt sich allein aus der Summe der Kehrwerte der beiden Quoten: Je kürzer die beiden Quoten sind, desto etwas mehr hält der Veranstalter; je länger sie sind, desto weniger. Bei einem Schachmarkt mit drei Ausgängen wird die Sache breiter, weil die Remis-Quote mitträgt und ihr Kehrwert die Summe vergrössert. In einem Markt mit drei gleich tiefen Quoten und einer Marge um die drei Prozent liegt der Quotenschlüssel entsprechend tiefer.
Dasselbe Muster gilt über Sportarten hinweg und macht die Schachmärkte zu den engen, nicht zu den günstigen. Wer eine Stunde vor der Partie auf eine Live-Quote zugreift, bezahlt in der Regel noch etwas mehr als bei der Vorabwette, weil die Unsicherheit mit dem Spielverlauf nur aufwärts geht. Die Zunahme der Live-Quote ist daher keine Wohltat, sondern eine Gebühr, die sich wieder in der Differenz zwischen den beiden Seiten der Quote versteckt.
Die Marge wirkt umso stärker, je öfter du setzt. Bei einer einzelnen Wette auf einen WM-Zweikampf ist der Kostenanteil klein. Bei zwanzig Wetten auf zwanzig Partien einer Saison summiert er sich zu einem spürbaren Anteil des Einsatzes, der in keinem Wettschein als Posten erscheint und in keiner Auszahlungsübersicht erklärt wird.
Ob Schach in der Schweiz überhaupt auf der Liste steht
Die entscheidende Frage beim Schachwetten ist nicht, welcher Anbieter die höchste Quote hat, sondern ob das Ereignis überhaupt in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten steht. Das Geldspielgesetz erlaubt bewilligten Veranstaltern nur, was diese Liste vorsieht, und die aktuelle Fassung dieser Liste vom 10. September 2026 regelt, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten zugelassen sind.
Diese Liste ist eine geschlossene Aufzählung, und das ist der ganze Trick der Sache. Nur Sportwettbewerbe dürfen es sein — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind verboten. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn die Liste sie nennt; Ranglistenwetten gibt es nur, wenn die Rangliste über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, aber niemals auf Trainingsläufe. Die Liste führt keine Corner- oder Kartenmärkte, und sie hat keinen Esport-Abschnitt. Esport taucht dort schlicht nicht auf — was nicht dasselbe ist wie ein Verbot im Gesetzestext, sondern das Fehlen in der Aufzählung. Von virtuellen Sportarten steht dort nichts, und dazu wird hier auch keine Aussage gemacht.
Für die konkrete Wette bedeutet das eine Prüfsequenz, die vor dem Wettgeld steht. Angenommen, eine Schachweltmeisterschaft steht an: Die Frage lautet dann nicht, wie hoch die Quote auf den Titelträger ist, sondern ob das Ereignis und die Art der Wette in der Liste stehen. Wer das vor dem Abschluss klären will, kann die Gespa-Liste direkt einsehen und einen Anbieter fragen — bei einem bewilligten Veranstalter ist die Antwort auf diese Frage mit einer Nummer belegbar, bei einem Auslandskonto mit keiner.
Wie das Schach im Spielplan stand 2024 und was daraus für Schachwetten folgt
Die Schachweltmeisterschaft wird als Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer ausgetragen, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert; 1948 und 2007 wurde sie als Turnier ausgespielt. Der erste Schachweltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Zwei Vorgänge — ein Kandidatenturnier, das einen Herausforderer kürt, und der Zweikampf selbst — bilden zusammen das Ereignisfenster, in dem sich Schachwetten überhaupt verorten.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen und im Modus Best of 14 klassische Partien gespielt; für den Sieg waren mindestens 7½ Punkte nötig. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren, bei 3 Siegen, 2 Niederlagen und 9 Remis; ein Tiebreak war nicht erforderlich. Bei Gleichstand nach 14 Partien hätte ein Stufenplan gegriffen: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod.
Für Schachwettende folgt aus diesem Aufbau eine Ungewissheit, die in einem einzigen Fussballspiel nicht existiert. Der Ausgang eines Zweikampfs muss nicht innerhalb seiner 14 Partien fallen. Wenn ein Tiebreak über den Titel entscheidet, verändert sich der Ausgangsmechanismus der Wette. Ob eine Veranstalterin den Tiebreak in die Wertung einbezieht, hängt von ihrem eigenen Wettprogramm ab und nicht von einer Schweizer Vorschrift.
Diese Unterscheidung ist das, was bei Schach am häufigsten verunsichert. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Diese Regel ist für Ballspiele geschrieben. Auf einen Schachzweikampf mit Tiebreak-Stufen lassen sich die Begriffe nicht ohne Weiteres übertragen, und deshalb ist die Bedingung der jeweiligen Wette die einzige belastbare Auskunft.
Rechtslage: Bewilligungen, Grossspiel und der Standard der Gespa-Liste
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die auf dem Geldspielkonkordat in Kraft seit dem 1. Januar 2021 beruht. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt, ist hier die zuständige Stelle. Eine Bewilligung setzt eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel voraus (Art. 21-25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt — Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Nettoertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Der Grund für diese Begrenzung ist nicht Willkür, sondern die Verbindung von Glücksspiel und Gemeinnützigkeit.
Ein Online-Spielerkonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis Aufenthalt im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Mehr lizenzierte Buchmacher gibt es nicht — es existiert keine Liste weiterer bewilligter Anbieter. Wer dort sucht, findet nichts, und das ist der Punkt.
Wo ausländische Angebote im Schweizer Recht stehen
Eine ausländische Bewilligung — ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, begeht eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die wettende Person wird nach Angaben des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Gesperrte Domains werden binnen Stunden ersetzt — Domain-Hopping; die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.
Die ehrliche Einordnung: Offshore bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und ausländische Gewinne, die nach kantonalem Recht steuerbar sind. Bewilligt bedeutet vollständigen Schweizer Schutz — aber nur zwei Veranstalterinnen, eine geschlossene Liste an Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Was niemand sagen sollte: dass eines davon die von vornherein sichere Wahl ist. Beide Seiten tragen Kosten, nur verschieben sie sich.
Das hat eine praktische Folge, die man vor der ersten Wette kennen sollte. Weil nur zwei Veranstalterinnen zugelassen sind, kann die Auslandsmarke das bessere Produkt haben — mehr Partien, mehr Märkte, ein eigenes Remis-Angebot. Nur ist dieses bessere Produkt im Streitfall nicht durchsetzbar. Wer das weiss und trotzdem dort setzt, trifft eine informierte Entscheidung. Wer es nicht weiss, trifft keine.
Die Domain-Hopping-Bewegung und was sie für das Konto bedeutet
Die Sperrliste ist eine Liste von Domains, nicht von Firmen. Weil eine Sperrung nur die Adresse trifft, wechseln Anbieter die Adresse, und die Schweizer Telekom-Anbieter sperren die neue binnen Stunden. Für wettende Personen heisst das: Ein Konto kann erreichbar bleiben, während die gewohnte Adresse verschwunden ist, und ein Zugang kann verschwinden, während das Konto noch offene Wetten trägt.
Dieser Umstand tritt bei Sportarten mit langer Laufzeit besonders unangenehm hervor. Eine Wette auf den Ausgang einer 14-Partien-WM ist zwei Wochen offen. In diesem Fenster kann eine Domain gesperrt und ersetzt werden, und der Zugriff auf das Konto hängt dann an der Frage, ob die neue Adresse richtig mitgeteilt wurde. Wer sich für ein Auslandskonto entschieden hat, sollte diesen Punkt vor dem ersten Einsatz klären und nicht erst nach einer offenen Wette.
Wieso die Bewilligungsfrage vor der Quotenfrage kommt
Bei Schach ist die Reihenfolge der Prüfung entscheidend, weil die Liste der zulässigen Wettarten kurz ist. Ob eine bestimmte Wette überhaupt zulässig ist, beantwortet sich aus dem Zusammenspiel von Sportart, Wettbewerb und Wettart — nicht aus der Quote. Ein Veranstalter mit Schweizer Bewilligung darf nur anbieten, was diese Liste hergibt; ein Anbieter ohne Bewilligung darf anbieten, was er will, trägt dafür aber keine Verantwortung vor einer Schweizer Stelle.
Die Reihenfolge lautet deshalb: erst prüfen, ob das Ereignis in der Liste steht, dann die Limiten der Veranstalterin prüfen, dann die Quote. Wer in umgekehrter Reihenfolge sucht, findet die breitesten Schachmärkte bei den Anbietern, bei denen er im Streitfall allein dasteht.
Verantwortungsvolles Spielen bei einem Sport, der nicht endet
Verlustlimiten und Spielsperre gelten für jede Wette, auch für eine auf eine Partie, die über Stunden läuft und deren Livequote sich ständig verschiebt. Das ist der Kern der Sache: Die Länge einer Schachpartie macht ein Wettverhalten wahrscheinlich, das sich von dem bei einem Fussballspiel mit fixem Spielende unterscheidet — man setzt etappenweise nach, von Zug zu Zug, von Partie zu Partie.
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Wer die Limiten falsch ansetzt — zu hoch für sich, nicht zu hoch nach der Norm —, spürt die Sperre erst beim nächsten Versuch.
Die Limiten werden von den Spielenden selbst gesetzt und nicht vom Staat. Die Veranstalterin muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS); nach Gesetz gilt eine Senkung sofort und eine Erhöhung erst nach 24 Stunden, während Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden. Die Schweiz kennt keine gesetzlich festgesetzte Einzahlungs-Obergrenze — was fehlt, ist eine Zahl, an die man sich halten kann, wenn man selbst keine setzen will.
Die Spielsperre regelt Art. 80-82 BGS: die Sperrung überschuldeter oder spielsuchtgefährdeter Personen sowie die Selbstsperre, festgehalten in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann nach Gesetz erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf nicht auf dieses Ereignis wetten.
Ein Befund, der jede Verkaufsstellen-Romantik beendet: Bei Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen bei 200 Fällen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also alles andere als streng, und niemand sollte seine eigene Limite an der Annahme ausrichten, jemand anderes passe schon auf.
Zum Geldfluss gehört ein weiteres Detail, das Schach über lange Strecken betrifft: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht; Kredite an Spielende sind ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Ein WM-Zweikampf dauert zwei Wochen; ein Gewinn, der auf dem Konto liegt und auf die Auszahlung wartet, ist eine Zahl, über die man bis dahin nicht verfügen kann.
Was ein hoher Remisanteil für das Spielverhalten bedeutet
Bei einer Remisquote von rund 43 % auf Meisterniveau ist eine Schachwette häufig länger offen als eine auf ein Fussballspiel. Das ist keine Beobachtung über Wahrscheinlichkeit, sondern einer über Gelegenheit: Je mehr Partien in einem Zweikampf gespielt werden, desto mehr einzelne Wetten kann ein Wettender in derselben Zeit platzieren. Bei einem Best-of-14-Zweikampf sind das vierzehn Anlässe innerhalb von zwei Wochen, und bei einem Liveangebot potenziell mehr.
Die Limiten eines Veranstalters fangen dieses Muster nur teilweise auf: Die Verlustlimite wirkt über Einsatz, nicht über Anlässe. Wer die Limite früh ausschöpft, ist für den Rest des Zeitraums aus dem Spiel — das ist der Sinn der Sache. Wer bei Sporttip setzt, prüft vor dem Kontoantrag, ob die Limite für 1, 7 und 30 Tage den Zeitraum des Turniers abdeckt, in dem tatsächlich gespielt wird.
Wie Schachwetten besteuert werden
Gewinne aus einem in der Schweiz erlaubten Grossspiel sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Steuerfreibetrag des Bundes liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt je nach Kanton eine andere Grenze. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann.
Für die typische Schachwette ist das keine praktisch relevante Schwelle. Ein Gewinn auf die Partie eines WM-Kampfes liegt weit unter CHF 1’071’000, und damit fällt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer an. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf den Einsatz — eine solche Behauptung wäre falsch.
Anders liegt der Fall bei Gewinnen von ausländischen Anbietern. Diese sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, aber die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der Unterschied ist also nicht nur ein Schutz-, sondern auch ein Steuerunterschied. Diese Darstellung ist eine allgemeine Information; im Einzelfall ist die Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung die zuständige Stelle.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Grenze zwischen Information und Anpreisung
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Deshalb beschreibt und bewertet dieser Text Anbieter, und wirbt nicht für sie. Eine Zeitfenster-Regel für Glücksspielwerbung existiert nicht.
Gratisspiele oder Gratisguthaben benötigen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 hat sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Bonusbeträge und ihre Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.
An dieser Stelle lohnt eine nüchterne Betrachtung der Wörter, mit denen solche Aktionen beschrieben werden. Ein «Gratisguthaben» ist keine Gratiswette: Es ist ein Betrag, der nicht auf ein Konto überwiesen, sondern als Einsatz verlangt wird, dessen Auszahlung die Bedingungen des Veranstalters regeln. Und die verlockende «Quote mit doppeltem Gewinn» ist ein Mechanismus, der auf denselben Einsatz dieselbe Wette legt — mit einer Verlustwahrscheinlichkeit, die genauso doppelt ist. Bei Schach kommt ein Detail hinzu, das in der Werbung gerne untergeht: Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert — bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost, der mit dem Ausstiegsentscheid verfällt, ist eine Bedingung, die man vor dem Ausstieg nachrechnen sollte.
Wie ein Auslandskonto in der Werbung erscheint — und was es wirklich bedeutet
Auslandsanbieter locken naturgemäss mit Programmen, die ein bewilligter Veranstalter nicht anbieten darf. Der entscheidende Punkt ist nicht der Umfang dieser Programme, sondern die Frage, wer sie durchsetzt, falls etwas schiefläuft.
Die Kette der Konsequenzen ist kurz und vollständig. Kein Schweizer Sperrregister bedeutet: Wer sich selbst hätte sperren lassen können, wird von der Schweizer Aufsicht nicht erfasst. Keine Schweizer Aufsicht über das Wettprogramm bedeutet: Welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten angeboten werden, entscheidet der Anbieter allein. Kein Schweizer Rechtsweg bedeutet: Eine Streitigkeit über eine Wette wird vor einem ausländischen Gericht oder Schiedsgericht nach ausländischem Recht ausgetragen, mit den entsprechenden Kosten. Und die Sperrliste kann die Domain aus dem Schweizer Netz entfernen.
Dass die Domains binnen Stunden ersetzt werden und die Schweizer Telekom-Anbieter dann nachziehen, ist keine Beruhigung. Es beschreibt, wie flüchtig die Adresse eines Kontos sein kann. Und ein Konto, dessen Adresse flüchtig ist, ist kein Ort für einen Betrag, den man zurückhaben möchte.
Was die Einschränkungen einen Wettenden wert sind
Die beiden bewilligten Veranstalter haben eine Eigenschaft gemeinsam, die auf den ersten Blick als Nachteil erscheint und beim Nachrechnen als Vorteil lesbar ist. Sie arbeiten mit einer geschlossenen Liste zulässiger Ereignisse und Wettarten, was die Auswahl kleiner macht. Sie verlangen eine Registrierung mit Identitätsprüfung, was Aufwand kostet. Und sie verlangen Verlustlimiten vor der ersten Wette, was den Einsatz deckelt.
Gegenüber der offenen Auslandsvariante heisst das: weniger Wahlfreiheit, aber ein Verlustrahmen, der nicht von der Grosszügigkeit eines Anbieters abhängt. Wer unter 21 Jahren ist, findet bei Swisslos eine Obergrenze von CHF 1’000 für die Limitenperiode — eine Zahl, die die Grenze nicht dem Urteilsvermögen eines Anbieters überlässt. Das ist der eigentliche Preis der Schweizer Regulierung: nicht eine schlechtere Quote, sondern eine kleinere Auswahl und eine vorgeschriebene Vorsicht. Für die meisten Schachwettenden ist das die bessere Seite des Geschäfts.
Wer trotzdem bei einem Auslandsanbieter setzt, sollte es mit einem Betrag tun, dessen Verlust verschmerzbar wäre. Und wer sich für ein Konto bei einer Auslandsmarke entscheidet, sollte vorher klären, welche Massnahmen der Anbieter seiner Kundschaft im eigenen Hause bietet — bei ihm sind sie versprochene Leistung, bei einer bewilligten Veranstalterin gesetzlich geforderte und kontrollierte.
Häufige Fragen zu Schachwetten in der Schweiz
Darf man in der Schweiz überhaupt auf Schach wetten?
Ja, aber nur bei den beiden bewilligten Veranstalterinnen Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport. Eine Wette auf Schach ist zulässig, sofern die Sportart, der Wettbewerb und die Wettart in der aktuellen Gespa-Liste stehen. Ob eine konkrete Schachpartie als Wettereignis geführt wird, entscheidet die Gespa-Liste und nicht die Nachfrage der Wettenden.
Wie prüfe ich, ob ein Schachturnier in der Gespa-Liste steht?
Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten ist auf der Website der Gespa einsehbar. Sie bildet eine geschlossene Aufzählung für alle bewilligten Veranstalterinnen. Bei Sporttip oder Jouez Sport lässt sich die Frage dem Kundendienst stellen und mit einem Listeneintrag belegen; bei Anbietern ohne Bewilligung ist dies nicht nachprüfbar.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten so wichtig?
Weiss erzielt im Mittel etwa 54 % der Punkte, und bei Schachmeistern enden rund 43 % der Partien unentschieden. Ein Ergebnis, das so häufig eintritt, hat eine eigene, tiefe Quote. Wer ein Remis für einen Nebenausgang hält, unterschätzt, wie sehr dieser Ausgang die Struktur der Quoten in diesem gesamten Markt bestimmt.
Wie wird der Gewinn einer Wette berechnet, und was ist die Marge?
Der Gewinn berechnet sich aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von den Einsätzen eines Marktes einbehält. Bei einer typischen Zwei-Weg-Wette liegt dieser Anteil zwischen 2 und 4 Prozent, was den Quotenschlüssel für die gesamte Partie auf 96 bis 98 Prozent begrenzt.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, maximal CHF 9’999. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Die Spielsperre schliesst überschuldete Personen vom Spiel aus; eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für alle Online-Casinos.
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Inhalt erstellt vom Team «mobilzahlungwetten»
