Kostenlose Wettprognosen 2026: eine Einordnung, die bei der Quote beginnt
Ladevorgang...
Auf jeder Sportseite steht sie, die kostenlose Prognose. Drei Sätze, ein Tipp, ein Pfeil nach oben. Was dort nicht steht, ist der Teil, der über das Ergebnis entscheidet: der Preis, zu dem die Sache angeboten wird. Eine Schätzung ist erst dann etwas wert, wenn sie neben einer Quote liegt, die mehr für den richtigen Ausgang zahlt, als die Wahrscheinlichkeit hergibt. Alles andere ist eine Meinung mit einem Fussballbild darüber.
Wer sich in der Schweiz an eine solche Einschätzung hält, hat eine weitere Besonderheit vor sich, die selten erwähnt wird. Auf Schweizer Boden gibt es genau zwei Veranstalterinnen, die Sportwetten annehmen dürfen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Kein ausländisches Portal, egal wie ordentlich es auftritt, hat hier eine Bewilligung. Das ist keine Formalität, sondern ein Unterschied darum, ob ein Verlustlimit, eine Spielsperre und ein Rechtsweg existieren oder nicht.
Oktober 29, 2026 — geprüft gegen die Bewilligungen und die Spielregeln der beiden Veranstalterinnen sowie gegen die Vorgaben der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht.
Ich habe mir die Vertragswerke beider Häuser angesehen, dazu die Zahlen zu Limiten, Kombiboost und Auszahlungen, und daraus eine Rechnung gemacht, die jeder selbst nachvollziehen kann: Was bleibt von einer Quote übrig, wenn man sie in einen Erwartungswert verwandelt? Die Antwort ist unspektakulär und unangenehm, und sie erklärt besser als jede Warnung, warum aus einer Prognose so selten ein Konto wird.
Kostenlose Wettprognosen im Vergleich: zehn Adressen und ihre Bewilligung
Zehn Namen stehen hier. Zwei davon dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, acht nicht. Wer die Liste als Rangliste liest, liest sie falsch: Es ist eine Übersicht darüber, wo ein Spieler auf Schweizer Boden überhaupt ein Gegenüber mit Bewilligung hat und wo er auf eigene Faust unterwegs wäre. Sortiert ist sie nicht nach Bonus, sondern nach dem, was die Platzierung eines Anbieters trägt — siehe die Übersicht der Anbieter im Abschnitt «Alle zehn Anbieter im Vergleich».

Die folgende Übersicht nennt die Adresse, den Bewilligungsstand und, wo vorhanden, die kantonale Zuständigkeit.
| Anbieter | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin oder zuständige Kantone |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz | Swisslos, Sitz Basel; deutsche Sprachkantone, Tessin und Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz | Loterie Romande, Lausanne; die sechs Westschweizer Kantone |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| Betovo | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| FortuneJack | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | keine Schweizer Veranstalterin |
Was diese Tabelle nicht kann: Sie sagt nichts darüber, ob ein Anbieter ausserhalb der Schweiz über eine ausländische Erlaubnis verfügt, und das ist für einen Spieler mit Wohnsitz in der Schweiz nicht der entscheidende Punkt. Eine Bewilligung aus einem anderen Land gilt hier nicht, das steht so im Gesetz über Geldspiele. Was eine ausländische Erlaubnis hingegen mitbringt, sind ein Rahmengesetz, eine Aufsicht und eine Beschwerdestelle, an die man sich wenden kann — im Ausland.
Die Methode hinter der Reihenfolge ist bewusst unglamourös. Verglichen wird nicht die Zahl der getippten Treffer aus der letzten Woche, sondern ob eine Quelle ihre Arbeitsweise offenlegt, über lange Zeiträume nachvollziehbar bleibt und ihre Aussagen an einer Quote spiegelt, statt an einem Bauchgefühl. Eine Prognose, die im Nachhinein richtig lag, ist ein Ereignis; eine Methode, die man prüfen kann, ist ein Verhältnis zum Risiko.
Praktisch heisst das: Bevor über eine Wette gesprochen wird, steht die Frage nach dem Gegenüber. Ein Portal mit Sitz irgendwo und ohne Bewilligung in diesem Land nimmt Einsätze an, trägt aber kein Verlustlimit, das ein Schweizer Recht schützt, und erscheint in keinem hiesigen Sperrregister. Die Auszahlung hängt dann an den Bedingungen eines Unternehmens, gegen das ein Spieler im Ernstfall nur im Ausland klagen könnte.
Was eine Wettprognose überhaupt ist und wie sie entsteht
Eine Wettprognose ist der Versuch, einem Sportereignis eine Zahl zuzuweisen. Nicht «Bayern gewinnt», sondern «für diesen Ausgang halte ich sechzig Prozent für plausibel». Erst in dem Moment, in dem dieser Satz auf eine Quote trifft, wird daraus eine Entscheidung — oder eben keine.
Die Bausteine sind bekannt und langweilig. Form über die letzten Spiele, mit der Einschränkung, dass eine gute Serie gegen schwache Gegner weniger aussagt als ein knapper Ausgang gegen einen starken. Heimvorteil, der in manchen Ligen spürbar und in anderen fast verschwunden ist. Verletzte und gesperrte Spieler, wobei die Position oft mehr wiegt als der Name. Spielstil gegen Spielstil, weil ein Team, das hoch verteidigt, gegen einen Kontergegner anders aussieht als gegen einen, der selbst das Spiel macht. Und die Statistik, die als einzige über eine längere Reihe belastbar wird: Abschlüsse, Ballbesitz in gefährlichen Zonen, erwartete Tore.
Alles davon ist eine Schätzung mit einer Bandbreite, und aus dieser Bandbreite entsteht der Nutzen. Ein Beispiel, das die Rechnung zeigt und keine Aussage über ein bestimmtes Spiel trifft: Liegt die faire Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang bei fünfzig Prozent, dann ist die Quote, bei der ein Einsatz weder Gewinn noch Verlust erwarten lässt, genau 2.00. Wer 1.90 bekommt, hat nicht Pech gehabt, sondern eine Struktur vor sich, in der er über viele Wetten hinweg Geld verliert.
Dennoch lieben viele Prognosen die Bestimmtheit. «Sichere Bank», «klarer Fall» — die Sprache ist kein Zufall, sie verdeckt die Bandbreite, die jede Schätzung hat. Eine Prognose, die nie falsch liegt, existiert nicht; eine, die ihren Irrtum einräumt, ist die einzige, der man trauen kann.
Was die Prognose nicht ist: eine Einkommensquelle. Sie senkt die Unsicherheit nicht, sie beschreibt sie nur genauer. Wer aus der Vorhersage einen Plan fürs Budget macht, verwechselt eine Wahrscheinlichkeit mit einer Zusage.
Die Quote als Gegenrechnung: wann ein Preis wirklich Wert enthält
Hier kippt das Thema, und hier trennt sich die Analyse von der Unterhaltung. Eine Prognose hat keinen Wert in sich. Sie hat einen Wert relativ zu einem Preis. Die entscheidende Rechnung lautet nicht «wie sicher ist mein Tipp», sondern «wie sicher ist mein Tipp im Verhältnis zu dem, was mir dafür geboten wird».
Ein Wertbet liegt vor, wenn die eigene Schätzung über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Wer einem Ausgang sechzig Prozent gibt und 2.00 bekommt, hat etwas gefunden, denn 2.00 entspricht fünfzig Prozent. Wer einem Ausgang sechzig Prozent gibt und 1.60 bekommt, hat nichts gefunden, obwohl er in beiden Fällen «recht hat», wenn das Spiel so ausgeht. Genau dieses Missverständnis hält die Prognoseseiten am Leben: Treffer und Gewinn sind nicht dasselbe.
Die zweite Gegenrechnung liegt in der Quote selbst. Jede Quote, die ein Anbieter stellt, ist eine Zahl, die bereits um einen Aufschlag gekürzt wurde. Diese Kürzung trägt den Anbieter, nicht den Spieler, und sie ist in jedem einzelnen Preis enthalten — in der vermeintlich grosszügigen Quote wie in der mickrigen. Was das im konkreten Fall ausmacht, steht im Abschnitt zur Marge unten.
Wer sich diese zwei Rechnungen angewöhnt, versteht plötzlich, warum ein Tipster-Dienst kein Interesse daran hat, sie zu erklären. Seine Trefferquote verkauft sich besser als der Erwartungswert, und der Erwartungswert ist die einzige Zahl, die über ein halbes Jahr etwas bedeutet.
Die feste Regel in diesem Land: nur zwei Veranstalterinnen dürfen Wetten annehmen
In der Schweiz ist eine Sportwette ein Grossspiel und damit Sache des Geldspielgesetzes. Beaufsichtigt wird sie von der Gespa in Bern, nicht von der Eidgenössischen Spielbankenkommission, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung, und gilt nur für die Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt Sporttip und versorgt die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Versorgungsgebiet voraus und wird nur einmal je Person geführt. Wer im Kanton Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, und umgekehrt. Der Wohnsitz entscheidet also nicht nur über den Anbieter, sondern überhaupt darüber, ob ein legaler Online-Zugang existiert.
Die Liste der erlaubten Wetten ist geschlossen und wird von der Gespa geführt: Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten sind dort enumeriert, Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Auf der Liste stehen keine Ecken- und Kartenmärkte und keine Esport-Abteilung. Livewetten sind erlaubt, soweit der Veranstalter dafür eine Entscheidung hat. Gewinne fliessen an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Ohne Schweizer Bewilligung: was das für den Spieler bedeutet
Ausländische Portale sind im Alltag präsent, im Recht aber nicht. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer Sportwetten hier ohne Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar; dem Spielenden wird daraus kein Vorwurf gemacht, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Dazu kommt der praktische Teil. Ein ausländischer Anbieter hängt nicht am schweizerischen Sperrregister, und wer sich dort sperren lässt, sperrt sich für ein Portal nicht mit. Es gibt hier auch keine ausländische Schiedsstelle, an die ein Spieler sich mit Aussicht auf Erfolg wenden könnte. Und eine Gemeinsamkeit aller acht in der Übersicht genannten Namen: keine Schweizer Veranstalterin, keine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, keine Aufsicht, die hier etwas durchsetzen könnte.
Verwechslungsgefahr lauert beim Wort «nur». «Der einzige Anbieter mit Schweizer Bewilligung unter den zehn Namen dieser Übersicht» ist eine wahre Aussage über diese zehn Namen und eine falsche über den Markt — es gibt genau zwei, und dieser Satz nennt einen davon. Ein Register führt mehr Marken, als irgendeine Übersicht auflistet. Bewilligungen sind kein Wettbewerbspreis.
Ein ausländisches Portal mag günstigere Quoten und ein üppigeres Wettprogramm zeigen. Der Unterschied lässt sich nicht mit einem Prozentwert aufrechnen. Er liegt in der Frage, wer die Regeln schreibt.
Marge und Quotenschlüssel: die Rechnung hinter jeder Prognose
Eine Quote ist ein Preis, und in jeden Preis ist ein Aufschlag eingebaut. Im Wettgeschäft heisst die eine Seite davon Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote, die andere schlicht Marge. Der Quotenschlüssel sagt, welchen Anteil aller Einsätze ein Markt an die Spielenden zurückzahlt, die Marge ist der Rest.
Rechnen wir das an einem Beispiel, das ausdrücklich kein Zitat eines Anbieters ist. Ein Markt mit zwei Ausgängen, beide zu einer Quote von 1.90:
Payout share = 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90).
1 ÷ 1.90 ergibt je Ausgang 0.5263.
Die Summe der Kehrwerte ist 1.0526, ihr Kehrwert ist 0.9500.
Der Quotenschlüssel liegt also bei 95.00 % und die Marge bei 5.00 %.
Das ist das Ergebnis für ein Preispaar von 1.90 und 1.90. Die Band liegt darüber: Je nach Anbieter, Sportart, Markt und Zeitpunkt vor dem Anpfiff wandert die Marge in einem breiten Korridor, und der genannte Wert gilt nur unter der Bedingung, dass genau diese zwei Quoten gestellt werden und sich die Einsätze einigermassen gleichmässig auf beide Ausgänge verteilen. Bei 1.85 auf beiden Seiten rechnet man mit demselben Vorgehen einen tieferen Auszahlungsanteil aus, bei 1.95 einen höheren.
Warum diese Zahl wichtiger ist als jede Trefferquote: Sie fällt bei jeder einzelnen Wette an, unabhängig vom Ergebnis. Ein Spieler, der über ein Jahr Einsätze von CHF 5’000 umsetzt, überlässt dem Anbieter bei einer Marge von fünf Prozent im Erwartungswert rund CHF 250 — nicht als Strafe, sondern als eingebauter Bestandteil jedes Preises. Bei einem engeren Markt bleibt weniger liegen, bei einem breiteren deutlich mehr, und genau deshalb ist der Markt mit den schönsten Namen oft der teuerste.
Dieselbe Rechnung, aus der anderen Richtung gelesen, erklärt den Kombiboost. Der Bonus erhöht den Nettogewinn eines Wettscheins um einen Prozentsatz — fünf Prozent bei vier richtigen Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, zwanzig Prozent bei sieben, vierzig bei zehn, hundert bei fünfzehn. Ein Prozentwert auf einen grösseren Gewinn ist ein Rabatt auf die Quotensteuer, aber er beseitigt sie nicht. Und er hat einen Preis: Jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Marge des eigenen Marktes in die Gesamtrechnung hinein und vervielfacht zugleich die Chance, dass eine Voraussage nicht aufgeht.
Vorhersagen für Bundesliga, WM und EM 2028: was Prognosen leisten und wo sie enden
Wettprognosen für die Bundesliga füllen ganze Feuilletons. Das ist kein Zufall, denn eine Liga mit dreissig bis vierunddreissig Spieltagen und bekannten Mannschaftsaufstellungen lässt sich mit Daten bearbeiten. Formkurven, Heimstärke, Torgefahr sind Daten, die sich über lange Zeiträume verlässlich auswerten lassen.
Eine Weltmeisterschaft ist eine andere Gattung. Sie dauert 11. Juni bis 19. Juli, wie es das Turnier 2026 getan hat, und in diesem Zeitraum stehen wenige Spiele mit hoher Streuung nebeneinander. Ein Team trifft auf Gegner, gegen die es nie gespielt hat, unter klimatischen Bedingungen, die es nicht kennt, mit einem Kader, das sich in vier Wochen verändert. Die Datenbasis pro Spiel ist dünn. Hinzu kommt der Boden: Auf der Gespa-Liste der erlaubten Wettbewerbe stehen Frauenwettbewerbe und Qualifikationsrunden nur, wenn sie einzeln aufgeführt sind — wer eine WM-Prognose liest, sollte wissen, ob das Spiel, auf das er setzen will, überhaupt auf dieser Liste steht.
Für die Europameisterschaft 2028 gilt dasselbe in grösserer zeitlicher Entfernung. Turnierprognosen sind in erster Linie Erzählungen: Sie handeln von Favoriten, Aussenseitern und Gruppenkonstellationen, und sie leben davon, dass der Leser die Unsicherheit in ihnen nicht sieht. Ligaprognosen mit einer langen Datenhistorie sind nicht besser, weil jemand klüger ist, sondern weil mehr Spiele beobachtet wurden.
Ein Nebenbefund, der in keine Prognose gehört und deshalb hier steht: Bei Livewetten zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten. Für den Livewetter heisst das: Der Vorsprung, den die Prognose im Kopf schon hat, kann in dem Moment, in dem das Tor fällt, buchstäblich verschwinden. Wer live setzt, wettet gegen einen Anbieter, der schneller informiert ist.
Grundlagen statt Bauchgefühl: wie man eine Prognose selbst nachrechnet
Ein Leser braucht keine Datenbank, um eine Prognose zu prüfen. Er braucht drei Fragen.

Was ist die Behauptung? Eine Prognose, die «Wert» oder «chance» sagt, ohne einen Ausgang und eine Quote zu nennen, ist keine Prognose, sondern eine Stimmung.
Welche Zahl steckt in der Quote? Der Weg von der Quote zur Prozentangabe ist eine Division: 1 ÷ 2.10 ergibt 0’476, also rund 47.6 Prozent. Diese Zahl ist der Massstab, an dem die eigene Schätzung sich messen muss. Wer sie nicht ausrechnet, kann nicht sagen, ob er einen guten Preis gesehen hat oder nur einen guten Namen.
Was zahlt der Markt zurück? Wer den Quotenschlüssel eines Zwei-Weg-Marktes kennt, weiss, wie viel Aufschlag er bezahlt. Wer ihn nicht kennt, zahlt ihn trotzdem.
Dazu zwei Mechanismen, die man kennen sollte, bevor man sich auf ein Angebot einlässt. Der erste ist der Einsatz. Wer erst mit 5 Franken startet, kommt mit dem Wallet-System in Berührung: Dort liegt der Mindestbetrag einer Einzahlung bei CHF 20, und in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich. Der zweite ist der Preis des Widerspruchs gegen sich selbst — Cash-Out. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständige Auflösung ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn, wenn man die Wette laufen liesse, und er kann jederzeit geändert werden; einen Anspruch auf Cash-Out für jede Wette gibt es nicht. Die «Rettung» vor einem kippenden Spiel ist also keine Versicherung, sondern ein Kauf zu einem Preis, den der Anbieter setzt.
Was in einer Prognose selten steht und trotzdem zu ihr gehört: Wann eine Wette ungültig wird. Bei Sporttip ist ein abgesagtes Ereignis, das nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt wird, kein Totalverlust: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Und wer eine Kombination aus voneinander abhängigen Ereignissen derselben Veranstaltung zusammenstellen will, braucht dafür die Bet-Builder-Funktion; ohne sie kann die ganze Kombination für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.
Wetten, Limiten und ein verregneter Dienstag
Wer selbst nachrechnet, merkt schnell, wie oft die Sprache der Prognoseszene und die Sprache der Regeln auseinanderlaufen. Die Prognose verspricht einen Vorteil, das Regelwerk definiert einen Rahmen. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000; die Limiten kann die Veranstalterin jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Spielenden mit einer interessanten Einschätzung und einem Budget von CHF 50 ist das keine Einschränkung. Für einen, der eine «sichere Sache» mit hohem Einsatz spielen will, ist es eine Wand — und zwar eine, die man als Hinweis lesen kann. Wer glaubt, den Markt zu schlagen, und dafür die Obergrenze braucht, hat oft mehr Zuversicht als Rechnung.
Der Gewinnbetrag entsteht aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten; aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und danach auf fünf Rappen abgerundet. Fünf Rappen, die niemanden ruinieren, aber eine Erinnerung daran, dass beim Anbieter gerundet wird und nicht beim Spieler. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf darauf nicht wetten.
Limiten sind Grosszügigkeit mit Datum. Bis zu CHF 9’999 Verlust pro Zeitfenster sieht nach viel aus, ein Verlustlimit ist aber keine Erlaubnis, sondern eine Schranke, die man am Anfang setzt — und die, wie der Abschnitt zum Spielerschutz unten zeigt, deutlich tiefer für junge Konten liegt.
Spielerschutz in der Schweiz: was Limiten, Sperren und Register kosten
Ein Verlustlimit setzt man vor der ersten Teilnahme, nicht danach. Bei Sporttip gehören dazu drei Fristen — 1, 7 und 30 Tage — mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kann freiwillig eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden.
Die Richtung dieser Regel ist der ganze Punkt. Wer sein Limit verschärft, spürt den Effekt sofort. Wer es lockern will, muss drei Tage warten. In diesen 72 Stunden liegt der Nutzen: Genau in einer Phase, in der jemand das verschobene Geld zurückholen möchte, greift die Frist.
Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich sperrt, sperrt sich also nicht nur bei einer Marke, sondern in einem System, das die Kantone gemeinsam führen.
Was das für die Kostenfrage bedeutet, ist unbequem. Alle diese Instrumente hängen daran, dass der Anbieter im Land eine Bewilligung hat. Ein Verlustlimit ist keine Eigenschaft von Spielern, sondern eine Pflicht der Veranstalterin: Der Gesetzgeber verlangt, dass Spielende Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste setzen können. Bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung existiert diese Pflicht nicht, und ein Eintrag im hiesigen Register erreicht es nicht.
Ein Verlustlimit ersetzt keine Prognose, und eine Prognose ersetzt kein Limit. Die Prognose kann falsch sein, das Limit nicht.
Wie eine Prognose sich in Quoten und Auszahlungen übersetzt
Zwischen einer Einschätzung und einem Guthaben liegt eine Handvoll Regeln, die man einmal lesen sollte. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, die Obergrenze bei CHF 1’000 und bei CHF 10’000 für eine Systemwette. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Als Zahlungsart nennt Swisslos PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.
Bei der Auszahlung wird es interessant. Innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto — ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.
Diese zwei Gratisauszahlungen sind der am meisten unterschätzte Posten im ganzen Regelwerk. Wer sein Spielguthaben in kleinen Schritten abzieht, zahlt für die Bequemlichkeit, und der Prozentsatz landet nicht auf dem Gewinn, sondern auf dem Betrag, den er nach Hause holt. Dazu kommt die Bedingung, die jeden Bonusliebhaber betrifft: Gratisspielguthaben ist kein Geld. Es ist Einsatzmaterial, und Auszahlung gibt es darauf nicht.
Auf der einen Seite der Bilanz steht der Kombiboost, auf der anderen die Marge. Was dazwischen am Ende übrig bleibt, hängt nicht am Glück, sondern an der Frage, wie oft jemand gegen eine fünfprozentige Kürzung anspielt.
Was ein Kontostand nicht verrät: Die Auszahlung geht nur an ein Konto, das auf den Kontoinhaber lautet. Anonyme Auszahlungen, Krypto-Adressen ohne Namen, fremde Konten — das gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Bei einem Portal ohne Schweizer Bewilligung gelten dessen eigene Regeln, und sie können ganz andere sein.
Die Steuerregel: nur eine Zahl entscheidet
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei. Auf Bundesebene liegt dieser Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400; die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Wer CHF 1’071’000 in einem Einzelgewinn überschreitet, hat ein gutes Jahr, und der Normalspieler wird diese Grenze nie sehen: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
In der Schweiz gibt es keine Wettsteuer auf Einsätze — was auf einer Seite als «Steuer auf den Einsatz» auftaucht, stammt aus einem anderen Land. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, dafür behandelt die kantonale Praxis etwa im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist der stillste Kostentreiber der ganzen Geschichte, weil er erst im nächsten Frühjahr sichtbar wird. Für die eigene Situation hilft nur eines: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Wenn eine Prognose Geld kostet: das Absicherungs-Missverständnis
Eine Prognose wird nur dann teuer, wenn man sie für eine Versicherung hält. Das ist der eigentliche Kostenpunkt dieses Themas, und er lässt sich in drei Szenarien greifen.
Das erste ist der Nachkauf. Eine Einschätzung geht nicht auf, der Einsatz ist weg, und die naheliegende Reaktion ist, den Verlust mit einer zweiten Wette auf einer «besseren» Vorhersage zurückzuholen. Genau dieses Muster treibt die Umsätze. Je höher der Umsatz, desto sicherer kassiert der Anbieter seine Marge — unabhängig davon, welche Prognose gestimmt hat.
Das zweite ist der Cash-Out. Die Auflösung fühlt sich wie eine Versicherung an, ist aber ein Verkauf: Der Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn, und er hängt am Stand des Spiels und an den Bedingungen der Veranstalterin, die ihn jederzeit ändern kann. Wer im Kopf Cash-Out als Absicherung eingeplant hat, hat einen Verlust nicht verhindert, sondern vorweggenommen und etwas teurer bezahlt.
Das dritte ist der Gewinn, der verfällt. Nicht geltend gemachte Sporttip-Gewinne verfallen 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen die Verweigerung einer Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Zwei Fristen, die man selten liest und nie im Kalender hat.
Nichts davon ist Betrug. Es ist eine Branche mit festen Regeln, in der jede Unsicherheit einen Preis hat und jede Bequemlichkeit auch.
Alle zehn Anbieter im Vergleich: Bewilligung, Limiten, was sie taugen
Ein Hinweis vorweg, und er ist der wichtigste dieses Abschnitts: Die Reihenfolge der Bewertungen folgt nicht der Attraktivität eines Angebots. Die beiden bewilligten Veranstalterinnen stehen zuerst, weil sie es sind, die hier Wetten annehmen dürfen. Die acht folgenden Marken stehen danach, weil ein Schweizer Spieler ihnen begegnet. Aus der Nennung folgt nichts über ihre Erlaubnis oder Sicherheit.
Swisslos Sporttip: die bewilligte Veranstalterin mit Quoten auf Papier
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportgeschäft läuft unter dem Namen Sporttip und umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Das Papier ist hier das Produkt. Kein anderer Anbieter dieser Übersicht legt seine Verlustlimiten, seine Auszahlungsfristen und seine Wettobergrenzen so vollständig offen: Limiten für 1, 7 und 30 Tage, Limiten für Einsätze pro Wette und pro Systemwette, Fristen für abgesagte Ereignisse, Regeln für die Rundung des Gewinns. Wer wissen will, was bei wem gilt, bekommt bei Sporttip auf jede Frage eine Antwort.
Der Kombiboost gehört zu den wenigen Erhöhungen, die nicht an eine Einzahlung gekoppelt sind: nur online, mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, fünf Prozent bei vier, zwanzig bei sieben, vierzig bei zehn, hundert bei fünfzehn Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Bei einer Kombination aus voneinander unabhängigen Ereignissen ist das zu rechnen. Bei abhängigen Ereignissen derselben Veranstaltung braucht es die Bet-Builder-Funktion, sonst kann die ganze Kombination für ungültig erklärt werden.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Vorbehalt ist derselbe wie überall in diesem Abschnitt: Die Regelwerksqualität hilft beim Geldverdienen nicht. Die Marge kassiert sie genauso wie ein Portal ohne Bewilligung, und die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wette ist keine Formalie für jemanden, der glaubt, einen Fehler im Markt gefunden zu haben.
Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Schranke von CHF 300’000
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Bewilligung und Aufsicht folgen derselben Ordnung wie bei Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa. Wer im Wallis wohnt, findet hier sein Online-Konto; wer im Aargau wohnt, findet es hier nicht.
Die auffälligsten Zahlen dieses Vertragswerks sind Obergrenzen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese Obergrenze ist der ehrlichste Satz des ganzen Regelwerks. Der Anbieter sagt damit: Ab CHF 300’000 ist der Rest nicht mehr meine Sache. Eine Kombination aus zehn Aussenseitern, die auf dem Papier ein Vermögen wert wäre, zahlt trotzdem nur bis zur Kappungsgrenze. Wer eine Prognose liest, die von grossen Quoten träumt, sollte den Betrag daneben legen.
Für die Westschweiz bleibt Jouez Sport trotzdem die einzige Adresse mit Bewilligung. Der Hinweis auf 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende zeigt, wo die Struktur liegt: nicht in einem Wettbüro, sondern im Netz aus Kiosken und Filialen, an denen ein Wettschein ausgefüllt wird. Wer online spielt, braucht ein Konto; wer lieber Papier mag, findet einen Schalter.
HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung
HornetBet erscheint in dieser Übersicht ohne Bewilligung in der Schweiz, und damit ohne die Instrumente, die daran hängen. Kein Verlustlimit, das ein Schweizer Recht verlangt, kein Eintrag in einem hiesigen Sperrregister, kein Rechtsweg von hier aus. Eine ausländische Erlaubnis, sofern das Portal eine nennt, gilt auf Schweizer Boden nicht.
Mehr lässt sich über dieses Haus im Rahmen dieser Übersicht nicht sagen. Wer prüfen will, ob ein Portal für ihn in Frage kommt, liest seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen — dort steht, welche Unterlagen bei der Registrierung verlangt werden, welche Beschränkungen gelten und welche Fristen. Die entscheidende Frage ist nicht, wie das Portal aussieht, sondern an wen man sich wendet, wenn es streitet.
Was von der Prognoseszene bleibt, sobald diese Frage offen ist: wenig. Eine gute Einschätzung auf einem Portal ohne Bewilligung ist eine gute Einschätzung auf einem Portal ohne Bewilligung.
myBet: ohne Schweizer Bewilligung
Auch myBet steht ohne Schweizer Bewilligung da. Keine Veranstalterbewilligung nach dem Geldspielgesetz, keine Spielbewilligung, keine Aufsicht durch die Gespa — die Kantone haben zwei Veranstalter zugelassen, und dieses Haus gehört nicht dazu.
Ein Spieler, der hier dennoch spielt, spielt unter den Bedingungen eines ausländischen Vertragswerks. Die Adressaten seiner Beschwerden liegen im Ausland, seine Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und eine Spielsperre, die er hier eintragen lassen möchte, erreicht dieses Portal nicht.
Zwei vergleichbare Quoten sind kein Trost, wenn es keinen Adressaten für einen Widerspruch gibt.
Betovo: ohne Schweizer Bewilligung
Betovo gehört zur Gruppe der Portale ohne Schweizer Bewilligung. Der Sachverhalt wiederholt sich, weil die Rechtslage sich wiederholt: Nur zwei Veranstalterinnen dürfen hier Wetten annehmen, dieses Haus ist keine von ihnen, und eine anderswo ausgestellte Erlaubnis bleibt hier ohne Wirkung.
Für einen Spielenden mit Wohnsitz in der Schweiz heisst das konkret: kein Schutz über ein Verlustlimit, das die Veranstalterin einfordern muss, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Stelle, die zugunsten eines Kontoinhabers einschreitet.
Wer trotzdem dort spielt, sollte den Kontostand als das behandeln, was er ist.
BassBet: ohne Schweizer Bewilligung
BassBet steht ebenfalls ohne Bewilligung in dieser Übersicht. Die fachliche Beurteilung fällt in der Sache identisch aus: Das Portal darf hier nicht veranstalten, und die Schutzmechanismen, die Schweizer Spielende gewohnt sind, hängen an einer Bewilligung, die es nicht hat.
Der Unterschied zu den zwei oberen Adressen liegt nicht in der Sportkompetenz. Er liegt darin, dass die eine Gruppe einem beaufsichtigten Regelwerk unterliegt und die andere ihrem eigenen. Wer diesen Unterschied für ein Detail hält, verwechselt die Buchhaltung mit dem Recht.
Über eigene Limiten dieses Hauses sagt diese Übersicht nichts — nicht, weil sie grosszügig wären, sondern weil die Vertragswerke ausländischer Portale nicht zu den Grundlagen dieser Beurteilung gehören.
GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung
GG.BET erscheint ohne Schweizer Bewilligung, und an diesem Punkt der Liste wiederholt sich die Rechtsfolge zum fünften Mal: keine Aufsicht durch die Gespa, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Anlaufstelle bei einem Streit.
Was bei solchen Marken auffällt, ist die Werbesprache: grosse Zahlen, kleine Bedingungen. Wer die Bedingungen liest, findet dort die Angaben, die in der Werbung fehlen. Wer sie nicht liest, erfährt sie im Streitfall.
Eine Erlaubnis aus einem anderen Land ändert nichts an dieser Feststellung.
FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung
FortuneJack steht in derselben Rubrik: ohne Schweizer Bewilligung. Damit fehlt die Veranstalterbewilligung, die eine Schweizer Sportwette braucht, und mit ihr der ganze Apparat, der an einer Bewilligung hängt — Limiten, Sperren, Rechtsweg.
Für die Beurteilung eines Angebots heisst das nicht, dass alles schlecht wäre. Es heisst, dass die Bewertung im Ausland stattfindet, nach ausländischen Massstäben, durch ausländische Stellen.
Ein Schweizer Spieler kann das tun. Er sollte nur wissen, wo er dann steht.
BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung
BetLabel führt diese Reihe weiter, und der Befund bleibt gleich. Ohne Bewilligung nach dem Geldspielgesetz ist das Haus keine Veranstalterin im Sinne des Schweizer Rechts und damit nicht Adressat der Pflichten, die dort stehen.
Für jemanden, der einen Prognosedienst mit einem Konto verbinden will, ist das eine unhandliche Konstruktion: Auf der einen Seite eine Einschätzung, auf der anderen eine Plattform ohne die Schutzregeln des Landes, in dem der Spielende lebt.
Was bleibt, ist die eigene Vorsicht. Sie ist ein schwacher Ersatz für eine Aufsicht, aber sie ist das, was da ist.
Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung
Jackbit schliesst die Reihe, und die Feststellung ist zum zehnten Mal dieselbe: keine Bewilligung in der Schweiz. Die zwei Adressen mit Bewilligung stehen oben in dieser Übersicht, die acht ohne stehen hier. Aus der Nennung folgt nichts.
Wer die Wahl zwischen einer bewilligten und einer unbewilligten Adresse für eine Geschmacksfrage hält, übersieht, dass die eine Variante eine Beschwerdestelle und ein Verlustlimit kennt und die andere nicht.
Am Ende zählt nicht, welche Seite die schöneren Prognosen schreibt, sondern wer die Rechnung stellt, wenn es schiefgeht.
Was eine kostenlose Prognose wirklich wert ist: die Rechnung, die niemand druckt
Eine kostenlose Prognose kostet nichts im Moment des Lesens und einiges im Moment des Setzens. Das ist der Kern der Sache, und er lässt sich an einer Zahl festmachen. Bei einem Markt, dessen Quotenschlüssel bei 95 % liegt, gehen fünf Prozent jedes umgesetzten Frankens an den Anbieter. Wer über ein Jahr CHF 10’000 umsetzt, hat im Erwartungswert rund CHF 500 an Aufschlag bezahlt — eine Zahl, die keine Rechnung ausweist und die in jedem Wettschein schon eingepreist war.
Damit ist über den einzelnen Ausgang nichts gesagt, und genau darin liegt die Schwierigkeit. Die Marge entscheidet nicht, wer gewinnt. Sie entscheidet, dass die wiederholte Teilnahme an einem Markt mit fünf Prozent Aufschlag im Mittel teurer ist als der Verzicht.
Was folgt daraus für einen Leser? Wer Prognosen als Unterhaltung liest, weil ihn die Bundesliga interessiert und er Freude an der Begründung hat, verliert dabei nichts, solange er nicht setzt. Wer sie als Entscheidungsgrundlage nimmt, sollte zwei Dinge tun: den Preis prüfen, zu dem er kauft, und ein Limit setzen, das tiefer liegt als seine Begeisterung.
Und wer ein Angebot sieht, das «risikofrei» heisst, sollte einen Blick auf die Verfallfrist, die Obergrenze und die Quote der Bedingung werfen. Diese drei Angaben erklären den Preis besser als jedes Versprechen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar — das «Geschenk» wird zu Einsatzmaterial, sobald es gutgeschrieben ist. Der Kombiboost erhöht den Nettogewinn um fünf bis hundert Prozent, verlangt aber mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50, und das erhöht die Zahl der Wetten, die zugleich aufgehen müssen. Cash-Out rettet ein kippendes Spiel nicht, er verkauft es billiger. Drei Wege zu einem kleineren Versprechen als dem, das auf dem Plakat steht.
Die Schweiz hat diese Frage immerhin institutionell beantwortet. Wer hier legal online wetten will, hat zwei Adressen, ein vollständiges Regelwerk, ein Verlustlimit und ein Sperrregister. Bezahlt wird das mit einem engen Wettprogramm, einer geschlossenen Liste erlaubter Sportarten und Märkte und einer Wohnsitzbedingung, die die halbe Schweiz vom jeweils anderen Anbieter ausschliesst. Das ist nicht der günstigste Markt der Welt. Es ist der einzige, in dem jemand für die Regeln geradesteht.
Fragen und Antworten zu kostenlosen Wettprognosen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?
Eine Prognose verdichtet Beobachtungen zu einer Wahrscheinlichkeit: Form über mehrere Spiele, Heimvorteil, Kaderverfügbarkeit, Spielstil gegen Spielstil und Kennzahlen wie Abschlüsse oder erwartete Tore. Aus diesen Angaben entsteht keine Wahrheit, sondern eine Bandbreite. Erst der Vergleich mit einer Quote macht daraus eine Entscheidung — für oder gegen den Einsatz.
Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?
Weil sie eine Schätzung ist und keine Zusage. Selbst eine gut begründete Einschätzung verliert einen Teil der Spiele, für die sie gilt, und der Preis enthält zusätzlich einen Aufschlag für den Anbieter. Wer eine Vorhersage liest, liest eine Wahrscheinlichkeit; wer daraus eine sichere Sache macht, hat den entscheidenden Teil überlesen.
Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?
Die Quote ist der Massstab. Aus ihr lässt sich ausrechnen, welche Wahrscheinlichkeit der Anbieter einpreist — 1 ÷ 2.10 ergibt rund 47.6 Prozent. Erst daneben wird die eigene Schätzung lesbar. Nicht die Trefferzahl entscheidet über den Wert einer Prognose, sondern der Abstand zwischen geschätzter Wahrscheinlichkeit und eingepreister.
Was ist die Marge eines Wettanbieters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?
Die Marge ist der Aufschlag in jeder Quote. Bei zwei Ausgängen zu 1.90 ergibt 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90) einen Quotenschlüssel von 95 % und eine Marge von 5 %. Diese fünf Prozent fallen bei jedem Einsatz an, unabhängig vom Ausgang, und sie machen aus einer korrekten Prognose keine profitable Wette.
Wo darf in der Schweiz legal auf eine Prognose gesetzt werden?
Nur bei zwei Veranstalterinnen mit Bewilligung nach dem Geldspielgesetz: Swisslos mit Sporttip für die deutschen Sprachkantone, das Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Versorgungsgebiet voraus. Alle anderen Angebote stehen ohne Schweizer Bewilligung.
Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere wie eine Weltmeisterschaft im Vergleich zu Ligaspielen?
Weniger belastbar. Ein Turnier wie die WM 2026 dauert vom 11. Juni bis 19. Juli und bringt wenige Spiele mit hoher Streuung, unbekannte Gegnerkonstellationen und kurzfristige Kaderänderungen zusammen. Eine Liga liefert über eine ganze Saison viele vergleichbare Beobachtungen. Mehr Daten ergeben keine Gewissheit, aber eine engere Bandbreite.
Tipps – mobilzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «mobilzahlungwetten»
