Super Bowl Wetten in der Schweiz – vom Spielplan bis zur Marge
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026. Geprüft gegen die Veranstalterbewilligungen und die Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz, wie sie die Gespa führt, sowie gegen die publizierte Sperrliste.
Der Super Bowl ist kein Fernsehabend, den man planen kann wie einen Spielfilm, und genau daran scheitern die meisten Wetten. Wer im Januar eine Wette auf das Endspiel platzieren will, platziert sie auf ein Ereignis, dessen Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehen. Wer im Februar eine Wette auf die Siegerquote abschliesst, betet auf ein Ergebnis, das in rund drei Stunden entschieden ist. Und wer im Kalender nachschaut, was er hier überhaupt buchen kann, landet bei einem Angebot, das die Kantone absichtlich klein gehalten haben: zwei Veranstalter für die ganze Schweiz, jeder in seinem Gebiet, mit einem geschlossenen Katalog erlaubter Wettarten.
Dass die Lage so eng ist, hat einen Grund, und der Grund ist nicht Bequemlichkeit. Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 und das Geldspielgesetz zielen darauf, dass Sportwetten im Land einem Bewilligungsregime unterstehen, dessen Erträge gemeinnützig verteilt werden. Die Kehrseite derselben Konstruktion: Für amerikanischen Football gibt es hierzulande keinen Wettbewerb zwischen zwanzig Buchmachern, sondern zwei Adressen und einen Katalog. Wer das vorher weiss, trifft eine andere Entscheidung als der, der es erst merkt, wenn er sein Konto eröffnen will.
Der Weg zum Endspiel: Saison, Playoffs, Termin und Ort
Der Spielplan und was er für die Wette bedeutet
Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen. Das ist keine Marotte, sondern die Struktur, aus der sich der gesamte Wettkalender ergibt: eine reguläre Saison von September bis Anfang Januar, danach die Playoffs, danach ein Finale an einem fixierten Datum. Zwischen dem letzten Playoff-Spiel und dem Endspiel liegen zwei Wochen, in denen kein Football gespielt wird und in denen die Quoten auf den Sieger sich kaum noch bewegen.

Für Wetten heisst das: Zwischen September und Dezember entsteht eine Quote auf den Sieger, die tatsächlich noch etwas über die Mannschaften aussagt. Ab dem Conference-Finale sagt sie fast nur noch etwas über das Publikum aus. Wer im Herbst auf den späteren Sieger setzt, hat eine lange Laufzeit und eine Quote, die die Unsicherheit der ganzen Saison einpreist; wer in der Woche des Endspiels setzt, hat eine kurze Laufzeit und ein fast fertiges Bild. Beide Wetten haben dieselbe Bezeichnung im Wettprogramm und ein völlig verschiedenes Verlustrisiko.
Der Austragungsort folgt demselben Rhythmus. Er liegt Jahre im Voraus fest, und er entscheidet mehr, als man beim Blick auf eine Quote vermuten würde: Halle oder Freiluftstadion, Klima, Anreise, neutrale Zuschauer. Die Modelle der Buchmacher füttern diese Grössen in ihre Erwartungen ein, und ein Teil der Marge, die in einer Quote auf den Sieger steckt, bezahlt genau diese Arbeit.
Am Sonntag, den 8. Februar 2026, stand das Finale im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien. 70’823 Zuschauer waren im Stadion, die Halbzeit bestritt Bad Bunny, in Deutschland trugen RTL und DAZN das Spiel, und ein Werbespot von dreissig Sekunden kostete 10 Millionen US-Dollar. Ein Zuschauerrekord, ein Unterhaltungsprogramm und ein Werbepreis von zehn Millionen Dollar sind drei Hinweise auf dieselbe Sache: Dieses Spiel ist der teuerste Einzelabend des amerikanischen Sportjahres, und deshalb ist die Aufmerksamkeit, die es erzeugt, ein eigenes Marktphänomen.
Der nächste Super Bowl, der Super Bowl LXI, ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Das ist das Datum, auf das sich jede Planung für das kommende Jahr beziehen muss: nicht der erste Sonntag, nicht ein beweglicher Feiertag, sondern ein fixierter Termin in einem fixierten Stadion.
Was in diesem Spiel passiert ist, lässt sich nachschauen. Die Seattle Seahawks gewannen am 8. Februar 2026 mit 29:13 gegen die New England Patriots. Zum wertvollsten Spieler wurde Kenneth Walker III gewählt, der 135 Rushing-Yards bei 27 Läufen erzielte; Kicker Jason Myers verwandelte fünf Field Goals und stellte damit einen Super-Bowl-Rekord auf. Wer wissen will, wie ein Endspiel in Zahlen aussieht, findet hier das Muster: ein Laufspiel, das das Ergebnis trägt, ein Kicker, der es absichert, und eine Defense, die den Gegner unter zwei Touchdowns hält.
Die Historie ist dabei nicht nur Folklore, sie ist der Rohstoff für die Langzeitmärkte. Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen und später als Super Bowl I gezählt; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell. New England Patriots und Pittsburgh Steelers haben je sechs Endspiele gewonnen, die San Francisco 49ers und die Dallas Cowboys je fünf. Tom Brady gewann als Spieler sieben Super Bowls, Bill Belichick kommt mit acht Siegen – zwei mit den Giants, sechs mit den Patriots – auf die meisten Super-Bowl-Siege einer Einzelperson.
Und es gibt den Sonderfall, den jeder kennt, der einmal einen Markt auf die Spielzeit gesucht hat: Der Super Bowl LI im Jahr 2017 war der erste, der in die Verlängerung ging. Die New England Patriots gewannen 34:28 gegen die Atlanta Falcons. Erst seit diesem Abend steht wirklich zur Debatte, was mit einer Wette geschieht, wenn die reguläre Zeit nicht reicht.
Was die Austragung für das Wettprogramm bedeutet
Ein fixiertes Datum mit einem fixierten Ort erzeugt ein Wettprogramm, das sich in zwei Wellen aufbaut. In der ersten Welle stehen Märkte, deren Ausgang weit in der Zukunft liegt: Sieger, Conference-Sieger, Divisionssieger. In der zweiten Welle, ab dem letzten Playoff-Wochenende, kommen die kurzfristigen Märkte dazu, die sich auf das konkrete Spiel beziehen.
Für einen Schweizer Wettenden sind beide Wellen nur innerhalb eines Katalogs buchbar, und der Katalog ist enger als das, was ein internationales Buchmacherprogramm zeigt. Das ist der Punkt, an dem die schöne Planung von der Realität eingeholt wird: Nicht alles, was man auf den Super Bowl denken kann, steht auf einem Schweizer Wettschein.
Bewilligung, Gespa-Liste und was das für die Auswahl bedeutet
Einordnung: Spieltip und Jouez Sport als die zwei Veranstalter
Die Sportwetten laufen bei Swisslos unter dem Namen Sporttip. Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten aus dem Jahr 2025 brachten CHF 109 Mio. in den Reingewinn ein, nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Diese Aufteilung ist keine Fussnote, sie ist die erste Frage, die ein Konto beantwortet. Wer in Zürich wohnt, kann bei Sporttip ein Spielerkonto eröffnen; wer in Genf wohnt, bei Jouez Sport. Die Grenze verläuft nicht zwischen Sprachen, sondern zwischen Vertragsgebieten, und sie ist die Ursache dafür, dass das Wettangebot aus Schweizer Sicht nicht «ein Markt mit zwei Anbietern» ist, sondern zwei Märkte mit je einem.
Dass der wirtschaftliche Zweck der Konstruktion die Gemeinnützigkeit ist, gehört zur Einordnung. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Die Marge, die in jeder Quote steckt, ist hier also nicht nur Buchmacherverdienst, sondern auch eine Abgabe an öffentliche Zwecke. Das macht die Quote nicht besser, aber es erklärt, warum der Gesetzgeber an einem engen Veranstalterkreis festhält.
Das Panorama der zehn Anbieter im Vergleich
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS; Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Wettigo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| FortuneJack | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| BetPanda | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Bahigo | ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
Die Tabelle hat eine Schieflage, die man sehen muss: Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen eine Absage. Wer eine Rangliste erwartet, in der oben der beste und unten der schlechteste Anbieter steht, bekommt hier etwas anderes – eine Liste, deren oberer Teil über das Schweizer Recht definiert ist und deren unterer Teil ausserhalb davon existiert. Die Reihenfolge innerhalb der acht ausländischen Namen sagt nichts über Qualität; sie ist eine alphabetische Aufzählung von Marken, auf die ein Schweizer Spieler im Netz stösst.
Was aus dieser Schieflage folgt, ist eine Frage des Kontos, nicht des Geschmacks. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern steht der Weg über ein verifiziertes Spielerkonto offen, mit den Schutzmechanismen, die das Gesetz vorschreibt, und mit einem Katalog, den die Gespa pflegt. Bei den acht anderen Marken existiert dieser Weg juristisch nicht. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister und keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit – die Bewilligung, auf die eine solche Marke verweist, hat nach Art. 4 BGS keine Geltung in der Schweiz.
Man kann über diese Marken reden, und das ist auch sinnvoll, weil viele Spieler ihnen begegnen. Man kann sie nicht als Schweizer Wettanbieter behandeln. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist strafbar: Art. 74 Abs. 3 BGS stellt sie unter Strafe, Art. 131 BGS sieht dafür eine Busse bis CHF 500’000 vor. Deshalb steht hier eine Beschreibung und eine Bewertung, keine Empfehlung, und deshalb werden die beiden Gruppen nicht vermischt.
Die Rechtslage: bewilligt oder nicht, und was daran hängt
Was das Geldspielgesetz festlegt
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat in der Fassung ab 1. Januar 2021. Nicht zuständig ist die ESBK, die nur Casinos überwacht – ein Unterschied, der in vielen Gesprächen über Schweizer Wettanbieter durcheinandergeht.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS). Sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und daraus folgen die zwei Namen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.
Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.
Was gewettet werden darf, ist ein geschlossener Katalog: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026 (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Die Liste kennt Qualifikationsrunden nur, wo sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wo sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podium entscheidet; auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Corner- und Kartenmärkte sowie ein Esport-Abschnitt fehlen in der Liste. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Für den Super Bowl heisst das: Der Katalog ist keine Nebenbedingung, sondern die Grenze des Denkbaren. Wer Spezialmärkte auf Zwischenstände, Karten oder ähnliche Details sucht, findet sie nicht deshalb nicht, weil der Veranstalter unfreundlich wäre, sondern weil die Liste sie nicht vorsieht. Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, dort, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat – das BGS enthält keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt. Es ist ausschliesslich ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Das ist die unangenehme Seite einer praktischen Funktion. Wer eine Siegerwette kurz vor Schluss auszahlen lässt, tauscht einen unsicheren höheren Betrag gegen einen sicheren kleineren. Der Abstand zwischen beiden ist der Preis für die Sicherheit, und er ist nicht fix, weil der Veranstalter ihn ändern kann. Virtuelle Sportarten stehen in der Gespa-Liste nicht; über ihre Zulässigkeit ist damit nichts gesagt, und mehr als die Feststellung, dass Esport nicht in der Liste erscheint, lässt sich aus ihr nicht herauslesen.
Was es für einen ausländischen Anbieter bedeutet
Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle.
Hinzu kommt die Sperrliste. Die Gespa veröffentlicht ausländische Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS); die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt – ein Domain-Hopping, bei dem die Gespa Interwetten und Bet-at-Home nennt und bet365 als auf der Liste stehend führt.
Was das für den Alltag heisst, ist unangenehm konkret. Ein Konto bei einer solchen Marke kann erreichbar sein, wenn man es braucht, und unerreichbar, wenn man es dringend braucht. Wichtiger noch: Es gibt keinen Anschluss an das schweizerische Sperrregister, also keine Selbstsperre, die dort wirkt, und keinen Schweizer Weg, einen Streit über eine Wette auszutragen. Wer auf der Seite einer solchen Marke ein Konto führt, führt es ausserhalb des rechtlichen Rahmens, der hierzulande für Wetten gebaut wurde.
Eine ehrliche Einordnung muss aber auch die andere Seite nennen. Das bewilligte Angebot ist eng: zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog an Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Wer einen Markt sucht, der in der Gespa-Liste nicht vorkommt, wird ihn hier nicht finden. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl».
Verantwortungsvoll wetten: die Regeln, die vorher greifen
Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt werden
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der eigentliche Mechanismus, nicht die Zahl daneben. Sie sind die eingebaute Bremse gegen den Impuls, nach einem verlorenen Abend die Limite hochzusetzen, um den Abend zurückzuholen. Nach einem Endspiel mit Verlängerung und einem umstrittenen Entscheid ist das genau die Situation, in der diese Frist etwas wert ist. Dass das Gesetz 24 Stunden vorsieht und Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden, sei als Detail angemerkt – hier gilt, was der Veranstalter in seinen Bedingungen stehen hat.
Wichtig ist, wer die Zahl setzt. Es gibt in der Schweiz keine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze. Der Veranstalter muss von sich aus Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen (Art. 87 VGS), aber die Höhe wählt der Spielende. Wer die Oberlimite von CHF 9’999 wählt, hat formal alles richtig gemacht und faktisch nichts begrenzt. Eine Limite, die im Monat mehr erlaubt, als man als Spielgeld zur Verfügung hat, ist eine Formalität.
Spielsperre, Register und Pausen
Swisslos lässt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das ist der stärkste Mechanismus im ganzen System, und er ist der Grund, warum ein bewilligtes Konto etwas anderes ist als eine Anmeldung irgendwo. Art. 80–82 BGS regelt die Sperre überschuldeter oder suchtgefährdeter Personen und die Selbstsperre, geführt in einem gemeinsamen Register. Eine freiwillige Spielsperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Spielerkonto pro Person mit verifizierter Identität gehört zum System (Art. 47–52 VGS).
Der Schutz an der Verkaufsstelle ist dabei nicht so lückenlos, wie man es gern hätte. Die Testkäufe der Gespa im Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufspunkten in 200 Fällen bei 47,5 % eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Eine solche Zahl relativiert jede Aussage über strenge Kontrollen im Offline-Bereich. Für den Online-Bereich sind Minderjährige nicht zugelassen (Art. 72 BGS), und die Identitätsprüfung beim Konto ist der Mechanismus, der das tragen soll.
Auszahlung, Steuern und der Papierkram danach
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredit an Spieler wird nicht gewährt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter im Einzelnen akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen – und ein Schweizer Werkzeug, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren, existiert nicht.
Bei den Steuern wird es für die meisten erfreulich banal. Gewinne aus schweizerisch erlaubten Grossspielen – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar; der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine typische Wette liegt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Die unangenehme Variante betrifft die ausländischen Marken. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer dort spielt, hat also weder den Freibetrag noch die anonyme Einbehaltung, sondern eine Deklarationspflicht ohne Schwellenwert. Das ist keine Rechtsberatung; bei Fragen hilft der Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung weiter.
Wie eine Einschätzung entsteht und warum sie keine sichere ist
Form, Verletzungen, Zahlen
Eine Einschätzung für ein Endspiel entsteht aus vier Zutaten: Form der Mannschaften über die letzten Spiele, Verletzungen und Ausfälle, statistische Kennzahlen wie Angriffs- und Verteidigungseffizienz und schliesslich die Quote selbst. Die ersten drei sind Sportanalyse. Die vierte ist ein Marktpreis, der die ersten drei längst verdaut hat.
Genau daran scheitert die verbreitete Vorstellung, man könne durch Lesen von Statistiken einen Vorteil gewinnen. Wer die Zahlen liest, liest, was der Buchmacher schon eingerechnet hat, und die Quote ist das Ergebnis dieser Verarbeitung. Der einzige Ort, an dem ein Vorteil überhaupt denkbar wäre, ist die Abweichung zwischen der eigenen Einschätzung und dem, was der Markt annimmt – und diese Abweichung ist meistens der eigene Irrtum, nicht der des Marktes.
Bei einem Finale kommt ein zweiter Faktor dazu: die Pause. Die zwei Wochen zwischen dem Conference-Finale und dem Endspiel sind lang genug für Trainerwechsel an der Spielvorbereitung, für die Rückkehr eines angeschlagenen Spielers und für die Frage, welche Mannschaft die grössere Nervosität mitbringt. Information, die in dieser Zeit entsteht, ist die einzige, die sich wirklich noch nicht in der Quote befindet.
Und dann ist da die Verlängerung. Sie ist der stille Fallstrick bei Football-Wetten, weil sie nicht in jeder Wette gleich behandelt wird. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf den Sieger eines Endspiels setzt und dabei die falsche Wettart erwischt, kann mit dem richtigen Tipp und trotzdem mit einer falschen Position dastehen. Seit dem Super Bowl LI im Jahr 2017, dem ersten Endspiel mit Verlängerung, ist das kein theoretischer Fall mehr.
Ein Tipp ist eine begründete Meinung und keine Vorhersage, und Wetten sind kein Einkommen. Wer einen Ratgeber liest, in dem eine bestimmte Mannschaft als sicherer Sieger steht, liest einen Werbetext. Es gibt in diesem Sport keine sichere Seite, und jede Quelle, die eine solche verspricht, verkauft etwas anderes, als sie behauptet.
Wo der Katalog die Strategie begrenzt
Bei Sporttip gilt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Und bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird.
Der letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit, weil er in beide Richtungen schneidet. Man braucht keinen Streaming-Dienst, um eine Livewette zu platzieren. Man braucht aber auch keinen – und das bedeutet, dass man beim Platzieren einer Livewette unter Umständen langsamer ist als der Markt, der den entscheidenden Spielzug bereits verarbeitet hat. Die Quote 1.00 ist die Antwort des Veranstalters auf genau diese Situation, und sie ist keine Kulanz: Sie gibt den Einsatz zurück und beendet die Wette. Wer live setzt, ohne das Spiel zu sehen, spielt ein Spiel, in dem der andere die Uhr kennt.
Kombinationen und abhängige Ereignisse
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Für den Super Bowl ist das die wichtigste Regel überhaupt, weil fast jede interessante Kombination abhängig ist. Sieg und Gesamtpunkte hängen zusammen, Sieg und MVP hängen zusammen, Sieg und erzielte Touchdowns hängen zusammen. Wer solche Voraussagen in eine gewöhnliche Kombiwette packt, baut eine Wette, die der Veranstalter im Zweifel ganz streichen kann – zurück kommt der Einsatz, nicht der Gewinn.
Kombiwetten, Siegerwetten und die Rechnung hinter der Quote
Die Quoten und was in ihnen steckt
Die Quote ist ein Preis, und wie bei jedem Preis stellt sich die Frage, was man für ihn bekommt und was der Verkäufer daran verdient. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Die Quoten setzen sich aus zwei Teilen zusammen: der Einschätzung des Veranstalters über die Wahrscheinlichkeiten und der Marge. Die Marge ist der Anteil aller Einsätze auf einen Markt, den der Veranstalter einbehält. Die Auszahlungsquote eines Marktes berechnet man, indem man die Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge addiert und den Kehrwert dieser Summe bildet; die Marge ist 100 % minus diese Auszahlungsquote.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90 – ein Beispiel, kein quotierter Preis. Die Kehrwerte sind 1/1.90 und 1/1.90, ihre Summe beträgt rund 1.0526. Der Kehrwert davon, die Auszahlungsquote, liegt bei etwa 95 %, und die Marge damit bei rund 5 %. Der genaue Wert hängt von den Nachkommastellen ab, die der Veranstalter zeigt: Bei kaufmännisch gerundeten 1.90 ergibt sich eine Marge von ungefähr 5,3 %, bei mehr Stellen ist sie etwas kleiner. Man sollte deshalb von einer Marge in der Grössenordnung von 5 % sprechen und nicht von einer festen Zahl.
Was bedeutet diese Marge für einen einzelnen Wettschein? Sie ist kein Abzug vom Einsatz, sondern ein Abschlag vom Erwartungswert. Wer viele Wetten zu gleichen Beträgen auf solche Quoten setzt, verliert im Durchschnitt rund 5 % jedes Einsatzes an den Markt selbst, unabhängig davon, ob er gut oder schlecht tippt. Die Marge ist der Preis für das Mitspielen, und sie ist die einzige Grösse, die ein Spielender sicher kennt.
Zu den Nebenbedingungen des Marktes gehört, in welcher Grössenordnung sich die Marge bewegt. Es gibt keine Zahl für die Marge eines Super-Bowl-Marktes, und ein Zwei-Weg-Beispiel mit 1.90/1.90 ersetzt keine. Was ein Spielender prüfen kann, ist der Marktvergleich: Legt er die Kehrwerte der angebotenen Quoten selbst zusammen, erhält er einen Wert, den er mit dem desselben Marktes zu einem anderen Zeitpunkt vergleichen kann. Das ist die einzige Marge, die er sieht, und der einzige Vergleich, den er eigenständig durchführen kann.
Quoten plus Marge – dieselben zwei Grössen erklären auch, warum zwei Märkte desselben Spiels unterschiedliche Margen tragen. Ein Markt mit vielen Ausgängen, etwa ein Ergebnis- oder ein Spielerleistungsmarkt, bindet Kapital über mehr Positionen und wird deshalb meist teurer angeboten als ein Markt mit zwei Ausgängen. Wer Spezialmärkte liebt, zahlt einen Teil seiner Freude in Form dieser Marge.
Der Gewinn einer Kombiwette
Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Preis. Eine Kombination aus vier Voraussagen mit je 1.90 bietet also eine Gesamtquote von rund 13.03 – 1.90 hoch vier. Eine Kombination aus sieben solchen Voraussagen kommt auf etwa 89.39.
Rechnen wir es an einem Betrag durch. Ein Einsatz von CHF 10 auf vier Voraussagen mit je der Quote 1.90 ergibt bei einem Gewinn einen Rückzahlungsbetrag von CHF 130.30 (10 × 13.03) und damit einen Nettogewinn von CHF 120.30 (10 × 12.03). Derselbe Einsatz von CHF 10 auf sieben Voraussagen bringt im Gewinnfall einen Rückzahlungsbetrag von CHF 893.90 und einen Nettogewinn von CHF 883.90.
Die Kehrseite ist keine Meinung, sondern Arithmetik: Die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Voraussagen zusammen eintreffen, ist das Produkt ihrer Einzelwahrscheinlichkeiten. Sieben Voraussagen mit je einer fairen Wahrscheinlichkeit von rund 52.6 % treffen alle zusammen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 1 %, wenn man von unabhängigen Ereignissen ausgeht – und die meisten Voraussagen in einer Kombination zum selben Spiel sind genau das nicht. Aus dem hohen möglichen Gewinn folgt nicht, dass die Wette gut ist; er ist die Belohnung für ein seltenes Ereignis, und die Marge wirkt durch die Multiplikation auf jeder Stufe mit.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.
Diese Staffelung liest sich wie eine Einladung, und sie ist eine. Der Sprung von 5 % auf 20 % liegt zwischen vier und sieben Voraussagen, der Sprung auf 100 % bei fünfzehn. Um dorthin zu kommen, braucht man mindestens fünfzehn Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 – und damit eine Wette, deren Eintreffenswahrscheinlichkeit sich im niedrigen Promillebereich bewegt. Der Boost erhöht den Gewinn im Fall, der ohnehin selten ist; er erhöht nicht die Chance auf diesen Fall. Die Mindestquote von 1.50 sorgt dafür, dass man die Staffel auch nicht mit einer Reihe von Fast-Sicherheiten erreichen kann.
Boosts, Trendwetten und Cash-Out in der Praxis
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Dieser letzte Satz ist der, den man beim Setzen übersieht. Ein Boost und ein Cash-Out schliessen einander aus: Wer den Boost mitnimmt, verkauft damit stillschweigend die Möglichkeit, die Wette vorzeitig glattzustellen. Bei einem Endspiel, das regelmässig bis kurz vor Schluss offen ist, ist das ein realer Verzicht und kein Kleingedrucktes. Der eine Vorteil frisst den anderen, und niemand weist beim Setzen darauf hin.
Bei einem Spiel mit einem langen Vorlauf und einem fixierten Termin sind Langzeitwetten das Format, das am ehesten zu einem frühen Entschluss passt: Sie laufen über Monate, ihre Quote steht fest, und man kann sie bei Sporttip in ein Cash-Out einbeziehen – sofern ein solches gerade angeboten wird und der Betrag stimmt.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: die Schweizer Bewilligung mit dem engsten Katalog
Das Konto bei Sporttip setzt mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet voraus; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Für den Super Bowl heisst das: Der Weg zum ersten Wettschein ist kein Formular von zwei Minuten. Er ist eine Identitätsprüfung, und sie ist der Punkt, an dem der bewilligte Anbieter sich von den acht Marken im Abschnitt ‚Das Panorama der zehn Anbieter im Vergleich‘ unterscheidet. Wer sich einmal registriert hat, hat dafür ein Konto, das an das schweizerische Sperrsystem angeschlossen ist, das nur Zahlungen auf ein Konto im eigenen Namen zulässt und das im Streitfall unter Schweizer Recht steht.
Das Wettangebot selbst ist funktional und vollständig für die Kernmärkte, aber nicht breit. Einzel- und Kombinationswetten sind von CHF 1 bis CHF 1’000 möglich, Systemwetten bis CHF 10’000, und diese Grenzen kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Ein Einsatz von CHF 1’000 auf eine Einzelwette ist damit das Maximum, das ein Konto überhaupt platzieren kann; das ist mehr, als die meisten Spielenden je setzen, und es ist wenig für jemanden, der mit grösseren Beträgen arbeitet.
Werkzeuge über die Pflicht hinaus gibt es: Verlustlimiten, freiwillige Einzahlungslimiten, Sperren mit Laufzeit oder unbefristet, Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten ohne Teilauszahlung, Quoten- und Profitboosts, den Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und die Bet-Builder-Funktion für abhängige Ereignisse.
Das Urteil über Sporttip hängt daran, was ein Konto an dieser Adresse tatsächlich kauft. Es kauft Rechtssicherheit, Anbindung an das Sperrregister und eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen – nicht Vielfalt. Wer einen Spezialmarkt sucht, der nicht in der Gespa-Liste steht, findet ihn hier nie, unabhängig davon, wie lange er sucht.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Regime, sechs Kantone weiter
Jouez Sport ist das Produkt der Loterie Romande für die Westschweiz. Der Veranstalter nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Zugänglich ist das Angebot für Personen mit Wohnsitz in den sechs Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Der Massstab ist derselbe wie bei Sporttip, weil die Bewilligungsgrundlage dieselbe ist: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach BGS unter der Aufsicht der Gespa. Verlustlimiten, Sperren, Identitätsprüfung und der geschlossene Gespa-Katalog gelten in gleicher Weise. Der Unterschied liegt in der Reichweite: 2’350 Verkaufsstellen sind in der Westschweiz ein dichtes Netz, und sie sind gleichzeitig Hinweis auf die Struktur des Angebots – ein Teil der Nachfrage wird dort nach wie vor über Papier und Schalter abgewickelt, nicht über eine App.
Für den Super Bowl ist das relevant, weil ein Ereignis mit einem Termin um zwei Uhr morgens Schweizer Zeit eine andere Nutzung erzeugt als ein Fussballspiel am Samstagnachmittag. Wer nicht in einem Bezirk wohnt, in dem der Veranstalter präsent ist, kann dessen Angebot nicht nutzen, auch wenn er in der Schweiz wohnt und volljährig ist.
Die Bewertung fällt entsprechend schmal aus: Jouez Sport ist für einen Teil der Schweiz der einzige bewilligte Weg und für einen anderen Teil überhaupt kein Weg. Der entscheidende Satz steht nicht auf einer Rankingliste, sondern auf dem Wohnsitz.
Playzilla: eine Marke ausserhalb des Schweizer Rahmens
Playzilla ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine Bewilligung, wie sie für Playzilla berichtet wird, hat nach Art. 4 BGS keine Geltung in der Schweiz. Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg.
Ein Konto bei dieser Marke ist damit kein Schweizer Spielerkonto. Wer es führt, führt es ausserhalb des Rahmens, der in der Schweiz für Wetten gebaut wurde: keine Selbstsperre, die hier wirkt, kein Schweizer Schutz und – nach kantonaler Steuerpraxis – voll steuerbares Einkommen aus einem ausländischen Grossspiel. Die Domain kann zudem auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und dann per DNS blockiert werden, was den Zugang nicht dauerhaft, aber unzuverlässig macht.
Betscore: ohne Bewilligung und ohne Anschluss an den Schutz
Auch Betscore führt keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für jede ausländische Marke gilt: Die berichtete ausländische Erlaubnis hat hier keine Wirkung, es gibt keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Sperrliste erscheinen.
Praktisch bedeutet das eine Frage an den eigenen Zugang: Ein Anbieter, dessen Erreichbarkeit von einer Liste abhängt, die von aussen gepflegt wird, ist ein Anbieter mit einem Erreichbarkeitsrisiko, das man nicht selbst steuert.
Wettigo: erreichbar, aber nicht Teil des Schweizer Systems
Bei Wettigo wiederholt sich das Muster: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich. Ein Spielerkonto dort ist rechtlich nicht dasselbe wie ein Konto bei einem bewilligten Veranstalter, unabhängig davon, wie die Oberfläche aussieht.
Wer aus Neugier ein solches Konto eröffnet, sollte wissen, was dabei nicht entsteht: kein Anspruch auf Schutz, keine Kontrolle des Wettangebots durch eine Schweizer Aufsicht, keine Steuerbefreiung im Rahmen des Freibetrags.
Jackbit: was eine ausländische Bewilligung in der Schweiz nicht ist
Jackbit operiert ohne Schweizer Bewilligung. Die ausländische Bewilligung, auf die verwiesen wird, bleibt für die Schweiz wirkungslos (Art. 4 BGS); ein Anschluss an das Sperrregister besteht nicht, und ein Schweizer Rechtsweg ebenfalls nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Der Punkt ist nicht, dass eine solche Marke nichts sei. Der Punkt ist, dass sie in der Schweiz nichts ist, was das Recht anerkennt – und dass ihr Angebot deshalb auch nicht an der Gespa-Liste gemessen werden kann, die für bewilligte Veranstalter festlegt, was überhaupt wettbar ist.
Sportuna: ausserhalb des bewilligten Kreises
Sportuna steht ohne Schweizer Bewilligung da. Damit gilt: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten, eine ausländische Bewilligung hat keine Geltung in der Schweiz, es gibt keinen Anschluss an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann blockiert werden.
Was daraus folgt, ist ein Vergleich, den niemand für den Spielenden führen kann: Zwischen einer Marke ohne lokale Aufsicht und einem Veranstalter mit einer Bewilligung nach BGS liegt die gesamte Schweizer Schutzarchitektur.
FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben Folgen
FortuneJack gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung. Neben dem fehlenden Anschluss an das Sperrregister und dem fehlenden Schweizer Rechtsweg ist der steuerliche Punkt der, der am ehesten überrascht: Ausländische Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können aber nach kantonaler Praxis voll als Einkommen gelten. Die Domain kann auf die Sperrliste kommen.
Für einen Spieler, der einen grossen Gewinn erwartet, ist das die wichtigste Zeile – und sie steht nirgends auf der Seite einer solchen Marke.
BetPanda: ein ausländisches Angebot in Schweizer Sicht
BetPanda bietet sein Programm ohne Schweizer Bewilligung an. Damit bleibt es bei den drei Folgen, die für alle acht ausländischen Namen dieselben sind: keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.
Wer sich auf einer solchen Seite umsieht, sollte die Domain nicht mit einem Veranstalter verwechseln. In der Schweiz gibt es dafür einen eigenen Begriff, und er ist eng: Wer eine Wette veranstalten will, braucht eine Bewilligung.
Bahigo: die letzte der acht Marken ohne Bewilligung
Bahigo schliesst die Liste der Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung unterscheidet sich nicht von der der anderen sieben: kein Schweizer Schutz, kein Sperrregister, kein Rechtsweg, steuerliche Behandlung nach kantonaler Praxis statt nach dem Freibetrag.
Der Vergleich, den diese acht Namen nahelegen, ist der falsche, wenn man sie untereinander ordnet. Der richtige Vergleich stellt sie den beiden bewilligten Veranstaltern gegenüber, und in diesem Vergleich gibt es keine offene Frage.
Was das für den nächsten Februar bedeutet
Wer auf den Super Bowl am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood setzen will, kann das legal nur bei einem der beiden bewilligten Veranstalter tun, und nur mit einem Konto in dessen Gebiet. Das ist die Grenze, aus der alles andere folgt.
Die praktische Reihenfolge ist damit vorgezeichnet. Das Konto kommt vor der Wette, weil es ohne Identitätsprüfung nicht existiert. Die Verlustlimiten kommen vor der ersten Teilnahme, weil Swisslos sie verlangt. Die Entscheidung über Markt und Wettart kommt vor dem Einsatz, weil sie bestimmt, ob eine Verlängerung mitzählt. Und die Kenntnis der eigenen Trefferwahrscheinlichkeit sollte vor der Kombiwette kommen, weil dort die Marge nicht addiert, sondern multipliziert wird.
Über allem steht eine Zahl, die niemand ändern kann. Jede Quote enthält eine Marge von rund 5 % in einem Zwei-Weg-Markt – als Beispiel, nicht als Zitat – und jeder Kombinationsboost mit fünfzehn Voraussagen verlangt eine Wette, die in aller Regel nicht aufgeht. Wer weiss, was er bezahlt, kann trotzdem Freude an einem Abend haben, den 70’823 Menschen im Stadion und Millionen vor dem Bildschirm verbringen. Er tut es dann wenigstens in Kenntnis der Rechnung.
Häufige Fragen zu Super-Bowl-Wetten in der Schweiz
Kann man in der Schweiz legal auf den Super Bowl wetten, und bei wem?
Ja, aber nur bei zwei Veranstaltern. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind nach dem Geldspielgesetz die einzigen, die Sportwetten veranstalten dürfen. Ein Online-Konto ist jeweils nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet offen.
Steht American Football auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten?
Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10.09.2026. Sie ist ein geschlossener Katalog: Qualifikationsrunden und Frauenwettkämpfe nur, wo sie aufgeführt sind, keine Wetten auf Trainingsläufe, keine Corner- oder Kartenmärkte und kein Esport-Abschnitt. Was im Einzelnen aufgeführt ist, zeigt die Liste selbst.
Wann und wo ist der nächste Super Bowl angesetzt?
Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Der traditionsgemässe Termin ist der zweite Sonntag im Februar. Die letzte Ausgabe, der Super Bowl LX, wurde am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara ausgetragen und endete 29:13 für die Seattle Seahawks.
Wie entsteht eine Quote auf den Sieger, und was bedeutet die Marge?
Der Veranstalter verarbeitet Form, Verletzungen und Statistiken zu Erwartungswerten und schlägt darauf seine Marge auf. Die Auszahlungsquote eines Marktes ergibt sich aus den Kehrwerten aller Quoten; die Marge ist der Rest zu 100 %. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 und 1.90 liegt sie bei rund 5 %.
Wie wird der Gewinn einer Kombiwette aus mehreren Quoten berechnet?
Die Quoten der Voraussagen werden multipliziert. Vier Voraussagen mit je 1.90 ergeben eine Gesamtquote von rund 13.03 und bei CHF 10 Einsatz einen Rückzahlungsbetrag von CHF 130.30, also CHF 120.30 Nettogewinn. Je mehr Voraussagen man anhängt, desto seltener trifft die Kombination insgesamt ein.
Zählt bei Sporttip eine Verlängerung zur regulären Spielzeit?
Nein, nicht automatisch. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Super Bowl ist das seit der Verlängerung im Jahr 2017 ein praktisch relevanter Punkt.
US-Sport – mobilzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «mobilzahlungwetten»
