Livewetten in der Schweiz gibt es zweimal – und beide Male mit Preis
Ladevorgang...
Oktober 29, 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz sowie die Aufsichtsinformationen der Gespa.
Ein Tor fällt, und für einen Moment ist die Quote im Wettprogramm noch die alte. Wer in dieser Sekunde auf «setzen» drückt, hat einen Preis bekommen, den der Buchmacher Sekunden später nicht mehr anbieten würde. Genau davon lebt die Livewette – und genau daran verdient der Veranstalter.
In der Schweiz ist dieses Geschäft nicht offen für jeden. Der Bund hat das Sportwetten als Grossspiel geregelt und die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer live auf Fussball, Tennis oder Eishockey setzen will, tut das bei einem dieser beiden – oder bei einem ausländischen Anbieter, der in der Schweiz keine Bewilligung hat und dessen Adressen auf der Sperrliste der Gespa landen können.
Der Preis, den der Wettende zahlt, verteilt sich auf drei Posten: die Marge in der Quote, die Regeln zur Wettabgabe und die Bedingungen, unter denen Geld zurückfliesst. Kein Marketingtext der Branche spricht darüber. Deshalb steht es hier.
Die Rangliste der Livewetten-Anbieter in der Schweiz
Wer nach Livewetten in der Schweiz sucht, stösst auf zehn Namen und auf zwei Bewilligungen. Der Rest der Liste ist eine Tatsache über die Schweizer Aufsicht, nicht über die zehn Anbieter.

| Anbieter | Bewilligung nach BGS | Veranstalterin oder gemeldete Zulassung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Cloudbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| DirectionBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| ZotaBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| BetPanda | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine Zulassung mit Geltung in der Schweiz — Aufsicht der Gespa |
Die Spalte wirkt einseitig, weil die Sache einseitig ist. Acht Zeilen sagen dasselbe über die Aufsicht und nichts über die Produkte: Ob ein Anbieter ein gutes Liveprogramm fährt, wie tief seine Quoten sind, ob eine Wette nach einem Tor noch angenommen wird – das steht in keiner Bewilligung und lässt sich nur im eigenen Wettprogramm nachsehen. Wer ein Konto bei einem dieser acht eröffnet, wettet unter Hausregeln, die in der Schweiz niemand prüft, und hat bei einem Streit keinen Weg zu einer Schweizer Schiedsinstanz. Das ist kein Verbot, sondern eine Zuständigkeitsfrage.
Die oberen zwei Zeilen sind die einzigen mit einem Schweizer Rahmen. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt – zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet die Loterie Romande Jouez Sport, die 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende ausweist.
Das ist keine Rangliste im üblichen Sinn, und darüber sollte man ehrlich sein. Ein Vergleich, in dem die ersten zwei Plätze von der Gesetzeslage gesetzt sind und die Plätze drei bis zehn denselben Zulassungsstatus tragen, sortiert nicht Qualität, sondern Zugang. Die belastbare Rangfolge dieser Seite entsteht deshalb im Abschnitt «Zwei Livewetten-Angebote im direkten Vergleich», wo Sportarten, Annahmeregeln und Cash-out nebeneinanderstehen.
Ein Hinweis, der in dieser Rubrik regelmässig fehlt: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer auf einer Seite mit hundert Buchmachern landet und drei Schweizer Bewilligungen entdeckt, hat eine falsche Seite gefunden.
Überblick: was Livewetten sind und was sie kosten
Ein Livewettschein unterscheidet sich von einem Vorabbau nicht durch ein anderes Spiel, sondern durch ein anderes Zeitfenster. Gewettet wird noch während der laufenden Partie, und die Annahme endet erst nach Spielbeginn, gegebenenfalls zuzüglich einer Karenzzeit.
Was in diesem Fenster passiert, ist eine laufende Korrektur. Nach Ereignissen wie einem Tor oder einer Roten Karte müssen die Quoten angepasst oder die Wettabgabe ausgesetzt werden – teils automatisch, abhängig von Spielstand, Einsätzen oder Spielzeit. An der Bande sieht man davon nichts; im Wettprogramm springt die Zahl.
Aus dieser Mechanik wird ein Preis, den kein Vorabwetter kennt. Erstens liegt die Quotenanpassung nicht in der Hand des Wettenden: Wer drückt, bevor der Buchmacher reagiert, bekommt den alten Preis, und wer eine Sekunde zu spät drückt, bekommt die Wette in spielentscheidenden Situationen zum Wert 1.00 zurück, weil sich der Ausgang in der Zwischenzeit erledigt hat. Zweitens ist die Zeit, in der man sich entscheiden darf, so kurz, dass ein Zögern ein schlechterer Preis ist. Drittens sitzt in jeder Quote dieselbe Marge wie in jeder anderen Wette.
Was an Livewetten beliebt ist, ist im Übrigen wenig überraschend und sehr eng: die Wette auf das nächste Tor, die Restzeitwette und die Tore-ab-jetzt-Wette. Diese drei kommen Branchenangaben zufolge auf einen Marktanteil von etwa 60 bis 70 Prozent. Wer neu ins Livegeschäft einsteigt, findet dort die gangbaren Preise – und dort die meiste Konkurrenz anderer Wetten um dieselbe Quote.
Diese Verengung erklärt auch, warum Livewetten so viel schneller wirken als Vorabwetten. Sicherheitsspiele wie «Wer gewinnt die Partie?» verlieren live an Wert, sobald eine Mannschaft führt – der Preis wird langweilig. Also greift man zum nächsten Tor, weil es da immer noch etwas zu holen gibt, obwohl der Preis dafür entsprechend eng steht.
Ein Namenloses Thema, das in der Schweiz gelegentlich auftaucht, ist Courtsiding: Wetter, die sich am Veranstaltungsort aufhalten und die Zeitverzögerung bei der Quotenanpassung ausnutzen. Das ist Wetten, keine Livewette im Sinne des Abschnitts «Überblick: was Livewetten sind und was sie kosten», und eine Frage, die die Aufsichtsorgane beschäftigt.
Was eine Livewette kostet – eine Beispielrechnung
Nehmen wir den einfachsten Fall: eine Einzelwette von CHF 10 auf Quote 2.50. Wer gewinnt, dessen Einsatz wird mit der Quote multipliziert. Was heisst das? Wer eine Einzelwette über CHF 10 auf einen Ausgang mit Quote 2.50 setzt, bekommt bei einem Treffer einen Ertrag von CHF 25 zurück – also CHF 10 Einsatz plus CHF 15 Nettogewinn. Wenn wir nur den Nettogewinn an der gleichen Quote betrachten, dann bleibt der Gewinn 15 Franken, also das anderthalbfache des Einsatzes.
Bei Kombinationswetten ist es anders: Da multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote. Am Ende steht der Gewinnbetrag – Einsatz mal Quote, bei mehreren Voraussagen mal Gesamtquote. Swisslos rundet diesen Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf fünf Rappen genau ab.
Dennoch gehört zu dieser Rechnung eine klare Bedingung: Die Zahlen gelten im Bereich eines angenommenen Ertragsbereichs, ausgehend von diesem Einsatz und dieser Quote. Als Band gerechnet: Bei einem Einsatz zwischen CHF 5 und CHF 10 ergibt sich auf Quote 2.50 ein Ertrag zwischen CHF 12.50 und CHF 25. Der Nettoertrag liegt dann je nach Einsatzgrösse zwischen 7.50 und 15 Franken. Das ist kein Versprechen, sondern Arithmetik: Bei einem Ertrag von CHF 25 auf CHF 10 Einsatz sind es 100 Prozent auf den Nettogewinn bezogen. Man sieht daran vor allem, dass die Höhe des Ertrags ausschliesslich davon abhängt, Einsatz und Quote. Es ist ein bekannter Schluss – manche Zahlen, die man in Werbungen sieht, spiegeln einfach beides wider.
Die Zahl, die beim Vergleich fehlt: Was davon im Buchmacher bleibt. Der Quotenschlüssel, also der Anteil der Einsätze, die ein gesamter Markt zurückzahlt, beträgt 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 100 Prozent minus diesen Wert. Bei einer Quote 2.50 auf ein Zwei-Weg-Ereignis wäre der Markt bei einem Quotenschlüssel von genau 100 Prozent ausgeglichen – dann wären die beiden Quoten je 2.00. Die 2.50 stehen also nie im luftleeren Raum, sondern immer parallel zu einer zweiten Quote, die kleiner ausfällt, als sie bei einer fairen Aufteilung wäre.
Zwei Livewetten-Angebote im direkten Vergleich
Die beiden bewilligten Veranstalter teilen sich das Land geografisch. Das ist die Rahmenbedingung, die alles andere überschreibt: Für wen ein Konto überhaupt in Frage kommt, hängt nicht vom Angebot ab, sondern vom Wohnsitz.
Jedes Livewettenangebot setzt voraus, dass etwas liegt. Bei beiden Schweizer Veranstaltern braucht es für die Online-Registrierung mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet. Das ist keine Formalie. Ein Umzug von Zürich nach Genf kann ein Konto unbrauchbar machen; ein Wohnsitz in Liechtenstein bei Swisslos genügt dagegen wie ein Kanton des Vertragsgebiets.
Auch die Öffnungszeiten des Ordens sind unterschiedlich. Jouez Sport ist nur auf der Internet-Spielplattform der Loterie Romande live zugänglich. Im Verkauf ist es eine reine Prematch-Sache – teilnehmen darf man dort ab 18 Jahren, aber live wird an keiner Kasse gewettet.
Bei Sporttip sind Live-Wetten nicht davon abhängig, ob das Ereignis live übertragen wird. Ein Fussballspiel also, das man nicht sehen kann, lässt sich trotzdem live bespielen.
Diese beiden Sätze klingen nebeneinander gestellt wie kleine Details. Sie sind aber die ganze Produktdifferenzierung: Sporttip lässt live überall, Jouez Sport lässt live nur im Netz. Wer ohnehin nur am Laptop sitzt, verliert dadurch wenig. Wer den Schein an der Kasse mag, trifft dort keine einzige Livewette an.
Die Rechtslage: warum live wetten in der Schweiz nicht verboten ist
Der Satz, den man am häufigsten liest, ist falsch: Livewetten sind in der Schweiz erlaubt. Was es gibt, ist eine Bewilligungspflicht.

Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht die zuständige Stelle – sie beaufsichtigt nur Casinos. Bewilligt wird zweistufig: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Eine solche Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).
Livewetten sind in diesem Rahmen zugelassen. Der Hinweis der Aufsicht ist die Livewette, bei der der Veranstalter eine Entscheidung hat, sie anzubieten; das Gesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was nicht geregelt ist, sollte man nicht so tun, als wäre es geregelt: Cash-out ist Sache des Anbieters, und dazu steht im Abschnitt «Livewetten und Cash-out: wie der Spielverlauf die Quoten ändert» mehr.
Verboten ist etwas anderes. Erlaubt sind Sportwetten auf Sport – Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind es nicht. Der zugelassene Inhalt ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie dort stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe gibt es überhaupt nicht. Die Liste enthält weder Eckball- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstaltungen, bei denen überwiegend Minderjährige antreten, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Dass es «nur» zwei Anbieter gäbe, ist keine Marktaussage, sondern eine Zahl, die die Kantone festgelegt haben. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Anbieter, weil es keine gibt. Das Rechtfertigung dafür geht über den Fiskus: Die Reingewinne gehen in der Schweiz an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Man kann das für einen guten Grund oder für eine Bequemlichkeit halten; es ist der Grund, warum das Angebot so klein bleiben darf.
Ausland, Sperrliste und was die ausländische Bewilligung wert ist
Ein Konto bei einem ausländischen Anbieter ist strafbar nicht für den Wettenden – wer setzt, wird nach geltendem Recht nicht bestraft –, aber die ausländische Bewilligung ist in der Schweiz nichts. Eine Zulassung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder aus einem anderen Land hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS).
Für den Wettenden heisst das mehr als eine Fussnote. Es gibt keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, keinen schweizerischen Rechtsweg und keine Fairplay-Kontrolle nach Schweizer Massstab. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Bei einer Beschwerde gibt es keine Adresse in der Schweiz, an die man sich wenden könnte.
Die Sperrliste ist das Instrument, das dem entgegenwirken soll. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt – Domain-Hopping nennt es die Gespa, die dabei Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele aufführt und bet365 als auf der Liste stehend. Man kann daraus die eine oder andere Schlussfolgerung ziehen. Am nüchternsten ist diese: Die Liste wächst, die Ersatzseiten auch, und der Aufwand richtet sich gegen die Anbieter, nicht gegen die, die dort setzen.
Es gibt in der Schweiz kein Instrument, mit dem Banken oder Kartellnetze Zahlungen an unerlaubte Wettseiten blockieren würden. Wer das behauptet, beschreibt eine Schweizer Regelung, die nicht existiert.
Was der Schweizer Weg die Wettenden kostet
Ein Schweizer Lizenzkonto ist teuer – nicht wegen einer Gebühr, sondern wegen der Beschränkung.
Es gibt pro Person ein Konto, mit geprüfter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, und es darf keine Spielsperre bestehen.
Der Inhalt ist eng. Wer auf Eckbälle, Karten oder eine Trainingspartie setzen will, findet dafür keinen Markt. Das ist keine Konfiguration eines einzelnen Anbieters, sondern eine Liste, die für alle Bewilligten gilt.
Und ein Punkt, der bei jeder Lizenzdiskussion untergeht: Die Identitätsprüfung ist nicht nur eine Eintrittshürde. Wer einmal gesperrt ist, ist es für das ganze System. Das Gewinnen ist durch den Kontonamen begrenzt, nicht durch die Grenzen der Fantasie.
Das ist der Preis. Man zahlt ihn nicht in Franken, sondern in Auswahl.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Spielsperre und der Rhythmus des Livewettens
Spielerschutz ist bei Livewetten keine Randnotiz, sondern eine Frage des Tempos. Ein Markt, in dem sich die Quote alle paar Sekunden ändert, macht aus einer Entscheidung ein Dutzend.
Die Limiten sind Sache des Wettenden, nicht des Staates. Die Schweiz kennt keine gesetzliche Einzahlungsobergrenze für Sportwetten. Was der Veranstalter verlangen muss, ist ein Höchstwert für Einsätze oder Verluste über den Tag, die Woche oder den Monat (Art. 87 VGS). Die Höhe bestimmt man selbst.
Bei Sporttip steht dieser Selbstbestimmtheit ein konkreter Rahmen gegenüber: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort. Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden – gesetzlich bemessen mit 24 Stunden, wobei Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Diese Frist hat einen bestimmten Zweck, und der ist nicht bürokratisch. Wer live verliert, entscheidet im Zweifel mitten in der Nacht. Drei Tage sind lang genug, dass der Kopf wieder mitkommt.
Das Zahlengitter, das der Spielerschutz an dieser Stelle aufspannt, ist unterschiedlich. Bei Swisslos: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Regeln sind keine Werbung, sondern die Grenzen, an die der Wirkungsrahmen der Bewilligung stösst. Sie greifen nicht nur beim Einzahlungsschritt, sondern bei jedem einzelnen Wettschein – ein Systemwettschein mit zehn Voraussagen und ein Einzelschein mit einem Einsatz von zwei Franken liegen in verschiedenen Welten.
Wer sich sperren lassen will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Zusätzlich muss eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Ausgeschlossene Personen sind auch von Livewetten ausgeschlossen – die Sperre macht an der Produktart keinen Halt.
Und dann die Zahl, die man ungern zitiert. Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz an der Kasse für wasserdicht hält, sollte das wissen. Es ist kein Argument gegen die Aufsicht; es ist ein Argument dafür, die eigene Verantwortung nicht an eine Verkaufsstelle zu delegieren.
Das 18-Jahr-Minimum ist eine harte Grenze (Art. 72 BGS), und Swisslos schliesst Personen unter 18 Jahren von der Teilnahme aus. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Auch das ist Teil des Preises, den die Lizenz mitbringt: Die Regeln zielen nicht nur auf die Schwachen, sondern auch auf das, was sportlich schiefgehen kann.
Livewetten und Cash-out: wie der Spielverlauf die Quoten ändert
Der Spielverlauf verändert die Quoten laufend. Ein Tor, ein Platzverweis, ein verschossener Penalty entscheiden darüber, ob eine Position gerade gut steht oder nicht, und der Anbieter passt an – teils automatisch, abhängig von Spielstand, Einsätzen und Spielzeit.
Cash-out ist die Antwort auf diese Volatilität, aber es ist keine Schweizer Regelung, sondern eine Funktion des Anbieters. Sporttip bietet sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht – Swisslos muss Cash-out nicht für alle Wetten anbieten.
Der Betrag dafür ist tiefer als der mögliche Gewinn einer nicht vorzeitig beendeten Wette. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer also «früh raus, sicher raus» als Prinzip versteht, sollte den Preis dafür einmal nachrechnen: Man verkauft einen Teil des möglichen Gewinns für die Sicherheit, ihn nicht zu verlieren.
Wer bei Sporttip früh aussteigt, wird nicht nur um die Differenz zum Endgewinn erleichtert. Ein Quotenboost verfällt bei einem Cash-out (den Bedingungen von Sporttip) – es gibt also eine versteckte Zusatzkostenzeile. Und ein weiterer Punkt, den die Werbung selten nennt: Cash-out ist nichts, was ein Wettgeschäft besonders sicher macht. Man macht es liquide, mehr nicht.
Kombinationen sind der zweite Hebel, an dem die Kosten sitzen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist ein Rettungsanker für den Veranstalter, nicht für den Wettenden.
Dazu kommen die Regeln, die eine Wette im Nachhinein wertlos machen können. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage den Wert 1.00. Eine Wette, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innerhalb von 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Dass man überhaupt einschreiben muss, um einen Gewinn zu fordern, sagt einiges über das Verhältnis von Papier und Auszahlung.
Was die Livewette dabei von der Vorabwette unterscheidet, ist die Fehlerfensterbreite. Bei der Vorabwette kann man den Schein noch einmal ansehen. Bei der Livewette ist er weg, sobald man drückt.
Wer in spielentscheidenden Situationen setzt – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid –, muss damit rechnen, dass Swisslos die Wette mit dem Wert 1.00 wertet. Und wer nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs setzt, bekommt Quote 1.00; der Preis für ein Ergebnis, das schon feststeht, ist der Einsatz zurück.
Versteuert wird erst ab einem Schwellenwert, und der liegt weit oben
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 – 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab; dazu schreibt man «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl.
Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Für den typischen Wettenden ist das eine Regel, die er nie berührt: Ein Livegewinn von 25 Franken liegt weit unter dem Betrag, ab dem das Thema beginnt. Einkommenssteuer fällt keine an, Verrechnungssteuer ebenso wenig.
Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.
Ein Konto bei einem ausländischen Anbieter ändert das Bild. Gewinne ausländischer Veranstalter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist ein einzelner Kanton und kein Bundestrend, und es ist trotzdem der Grund, warum ein Offshore-Konto im Nachhinein teurer sein kann als im Moment des Gewinns. Für den eigenen Fall ist die Auskunft bei einem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung der richtige Weg; allgemeine Aussagen wie diese ersetzen sie nicht.
Und was die Zahlungswege betrifft: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und eine Kreditierung an Spielende ist ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist Sache seiner eigenen Bedingungen.
Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder per Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Diese Grenze ist keine Willkür. Sie verhindert, dass sich in einem Konto, aus dem live in Sekunden gesetzt wird, mehr ansammelt, als ein Haushaltsbudget trägt.
Wer heute noch keine Schweizer Bewilligung hat, sollte dennoch wissen, was am Geldverdienen mit Wetten dran ist. Gewinne aus dem Ausland können im Thurgau voll steuerbar sein. Wer ausländische Wetten abschliesst, sollte das vor dem Abschluss wissen und nicht erst bei der Steuererklärung.
Zwei Livewetten-Angebote im Vergleich: Sporttip und Jouez Sport
Bei zwei zugelassenen Veranstaltern fällt eine Rangliste nach «bestem Anbieter» schnell kurz aus. Beide erfüllen denselben gesetzlichen Rahmen. Was bleibt, sind die Unterschiede in den Details, und die sind kleiner, als sie in der Werbung aussehen.
Dass es nur zwei sein dürfen und wie ihre Gebiete verteilt sind, steht unter «Die Rangliste der Livewetten-Anbieter in der Schweiz». Hier geht es um die Frage, wer von beiden welchen Leser besser bedient.
Sporttip ist die richtige Adresse für deutschsprachige Schweiz. Wer dort ein Konto hält, wettet live zu denselben Bedingungen, ob das Ereignis übertragen wird oder nicht. Ein Livewettangebot, das an das Fernsehbild gebunden wäre, ist es jedenfalls nicht.
Jouez Sport ist die Adresse für die Westschweiz, und live nur auf der Internet-Spielplattform der Loterie Romande. Die Verkaufsstellen bleiben Prematch, mit Teilnahme ab 18 Jahren. Das ist für alle interessant, die ihre Wetten gelegentlich an einem Schalter abgeben. Live ist da nichts zu holen.
Bemerkenswert ist, dass der Betreiber private wie ein privates Unternehmen auftritt und sich nicht als öffentlich-rechtliche Einrichtung präsentiert. Die Loterie Romande präsentiert sich so, sie nennt konkrete Zahlen: 2’350 Verkaufspunkte in der Westschweiz, 221 Mitarbeitende, die Adresse in Lausanne. Swisslos sitzt in Basel. Wer will, kann die Geschäftsberichte lesen; dort steht, welche Rolle das Geld spielt.
Sporttip hat den grösseren Gestaltungsspielraum der beiden. Die Regeln für Quoten- und Profitboosts gelten online nur für Prematch-Einzelwetten, sind einmal pro Wettenden nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind dabei limitiert. Wer diese Staffelung liest, sieht sofort, wie viel sie verlangt: fünfzehn richtige Voraussagen für die volle Erhöhung. Das ist kein Gratisangebot, das ist ein Anreiz, mehr zu wetten.
Beide unterliegen der gleichen Regelmässigkeit: Die Bewilligung gilt nur für die Schweiz (Art. 4 BGS), und jede Bewilligung erfordert einen Sitz im Land. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen geltend gemacht werden, verfallen bei Swisslos zugunsten des Zwecks. Beide runden die Gewinnbeträge auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf fünf Rappen genau ab.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Zehn Bewertungen, aber nur zwei Bewilligungen. Die schweizerischen Veranstalter treten zuerst auf, dann die ausländischen Anbieter, die hier ohne Bewilligung arbeiten und für Schweizer Wettende erreichbar sind. Weil die drei letzten Zeilen praktisch deckungsgleich sind, sind die drei letzten Abschnitte kürzer als die ersten. Das ist kein Auslassungsfehler: Bei den Anbietern von Cloudbet bis Fezbet gibt es in der Bewilligungsfrage keinen Unterschied, und in der Produktfrage keine dokumentierte Angabe. Die Bewertung beschreibt deshalb die Position, die sie einnehmen, statt eine Entscheidung zu erfinden, die auf Belegen beruht.
Sporttip: das einzige Liveangebot mit Swisslos-Bewilligung im Vertragsgebiet
Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, kurz IKV 2020. Die Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt oder sich gewöhnlich aufhält, kann online teilnehmen; wer nicht, hat keinen Zugang, und das ist keine Kulanzfrage.
Der eigentliche Vorteil gegenüber jedem anderen Namen in dieser Liste ist nicht das Liveprogramm, sondern die Rückseite: Ein Konto, das dem Schweizer Aufsichtsrahmen unterliegt, ist an das Sperrregister angeschlossen und kennt ein Beschwerdeverfahren. Das ist unspektakulär und der ganze Punkt.
Der Preis dafür steht unter «Spielerschutz: Verlustlimiten, Spielsperre und der Rhythmus des Livewettens». Ein Kombiboost, der fünfzehn Voraussagen verlangt, ist der deutlichste Ausdruck davon: Sporttip belohnt Menge, nicht Zurückhaltung.
Jouez Sport: die Westschweizer Variante, live nur digital
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und weist 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende aus. Auch hier liegt eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS vor.
Das Angebot ist digital zweigeteilt. Livewetten gibt es auf der Internet-Spielplattform der Loterie Romande. In den Verkaufsstellen, also dort, wo die Loterie Romande mit Wetterfassungsterminal präsent ist, gibt es nur Prematch-Wetten; teilnehmen dürfen nur natürliche Personen ab 18 Jahren. Die Verkaufsstellen sind damit kein Livekanal, sondern ein Vorabkanal.
Wer in Genf wohnt und live wetten will, muss das am Bildschirm tun, nicht an der Kasse. Das ist keine Kleinigkeit in einem Land, in dem Verkaufsstellen für viele zum Alltag gehören.
Was bleibt, ist die Frage, ob ein Liveangebot, das an eine einzige Plattform gebunden ist, für den Anlass ausreicht. Für die Westschweiz ist es das einzige bewilligte Liveangebot. Das macht es nicht besser, aber es macht die Wahl einfacher.
Cloudbet: Livewetten ohne Schweizer Bewilligung
Cloudbet tritt in dieser Liste ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine Zulassung aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS), und die Gespa kann die Domains eines Anbieters ohne Bewilligung auf die Sperrliste setzen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren.
Was das für den Wettenden heisst, ist keine Frage des Geschmacks. Es gibt keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Fairplay-Kontrolle nach Schweizer Massstab. Wer dort ein Konto hält, wettet unter Hausregeln.
Wie es um das Liveprogramm, die Quoten oder die Auszahlungszeiten von Cloudbet steht, ist über seine Schweizer Zulassung nicht gesagt – die Bewilligung sagt über das Produkt nichts, und die Verbindung zum Schweizer System sagt darüber ebenso wenig. Der Vergleich mit Sporttip endet deshalb dort, wo er beginnt: bei der Zuständigkeit.
DirectionBet: ohne Schweizer Zulassung im Vergleich
DirectionBet steht in derselben Zeile wie Cloudbet, und das ist inhaltlich richtig: keine Schweizer Bewilligung, keine Geltung einer ausländischen Zulassung in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister.
Für einen Schweizer Wettenden ist die relevante Frage nicht, ob die Seite existiert, sondern was passiert, wenn etwas schiefgeht. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Schweizer Stelle, die ein Verfahren führt, und keine Beschwerdemöglichkeit nach Schweizer Recht. Das ist der ganze Unterschied, der zählt.
Über das Liveangebot von DirectionBet ist in dieser Liste nichts vermerkt. Wer dort ein Konto in Erwägung zieht, prüft die eigenen Bedingungen des Anbieters – und zwar vor dem ersten Einsatz, nicht nach dem ersten Streit.
ZotaBet: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Weg
ZotaBet gehört zur Gruppe der Anbieter, die Schweizer Wettende ansprechen, ohne eine Schweizer Bewilligung zu besitzen. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS), und die Sperrliste der Gespa kann den Zugang über Schweizer Telekommunikationsanbieter unterbinden (Art. 86–93 BGS).
Was das kostet, ist unspektakulär und konkret: keine Schweizer Stelle für eine Streitigkeit, keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Fairplay-Kontrolle. Wer sich in einem Streitfall an eine Schweizer Behörde wendet, wird an eine Adresse im Ausland verwiesen.
Das Schweizer Recht stellt die Teilnahme einer Person nicht unter Strafe. Strafbar macht sich, wer ohne Bewilligung Wetten veranstaltet (Art. 130 BGS). Die rechtliche Asymmetrie ist damit klar: Der Anbieter trägt das Risiko, der Wettende das Geld.
Interwetten: ein Name mit internationaler Geschichte, ohne Schweizer Zulassung
Interwetten tritt hier ohne Schweizer Bewilligung auf. Die Gespa nennt Interwetten namentlich im Zusammenhang mit Domain-Hopping: Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Das ist eine Beobachtung der Aufsicht über die Sperrliste, keine Aussage über das Produkt.
Der Anbieter taucht in der Schweizer Diskussion vor allem wegen seiner Präsenz auf, und das ist die nützlichste Information für einen Leser. Wer auf eine solche Seite gelangt, sollte wissen, dass die Domain auch bei einem Block innerhalb kurzer Zeit unter anderer Adresse wieder erreichbar ist. Der Aufwand, den Zugang zu sperren, steht in keinem Verhältnis zu dem, was ein einzelner Wettender investieren müsste, um ihn zu umgehen.
Eine Schweizer Bewilligung hat Interwetten nicht, und eine ausländische Zulassung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Über Liveprogramm und Quoten ist damit nichts gesagt – die Bewilligungszeile ist keine Produktbeschreibung.
BetLabel: ausländischer Anbieter ohne Bewilligung in der Schweiz
BetLabel gehört zur Gruppe der ausländischen Anbieter, die in dieser Liste ohne Schweizer Bewilligung erscheinen. Eine ausländische Zulassung hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS).
Wer ein Konto dort hält, sollte die Frage der Zuständigkeit vor der Frage des Angebots klären. Ohne Verbindung zum Schweizer Sperrregister gibt es keine Einbeziehung in ein Schweizer Selbstausschlussverfahren – wer sich sperren lässt, sperrt sich bei BetLabel selbst, nicht im Schweizer System. Ebenso fehlt eine Schweizer Fairplay-Kontrolle.
Was das Livewettenangebot von BetLabel umfasst, lässt sich nur in dessen eigenen Bedingungen nachlesen. Diese Liste sagt dazu nichts, und sie sollte nicht so gelesen werden, als täte sie es.
BetAlright: ohne Schweizer Bewilligung im Angebot
BetAlright erscheint hier ohne Schweizer Bewilligung. Die Feststellung ist kurz: keine Schweizer Zulassung, keine Geltung einer ausländischen Bewilligung (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Swisslos und die Loterie Romande sind die beiden einzigen Veranstalter, die die Kantone für Sportwetten zugelassen haben. Wer auf anderen Seiten wettet, bewegt sich ausserhalb dieses Rahmens – nicht illegal als Wettender, aber ohne den Schutz, den der Rahmen bietet.
Über das Liveangebot dieses Anbieters ist nichts festgehalten. Wer es beurteilen will, liest die eigenen Regeln des Anbieters, insbesondere zu Annahme, Cash-out und Auszahlung.
BetPanda: ohne Schweizer Bewilligung in dieser Übersicht
BetPanda steht ohne Schweizer Bewilligung in dieser Übersicht. Die Schweizer Rechtslage lässt Sportwetten nur mit Veranstalter- und Spielbewilligung zu (Art. 21–25 BGS), und eine solche Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).
Der praktische Unterschied zwischen einem bewilligten und einem nicht bewilligten Anbieter zeigt sich selten beim Wetten – er zeigt sich beim Streit. Bei einem bewilligten Anbieter gibt es eine Beschwerdeordnung, eine Frist und eine Adresse. Bei einem nicht bewilligten gibt es nichts davon.
Über das Produkt dieses Anbieters ist hier nichts festgehalten. Wer ein Konto in Erwägung zieht, prüft das Wettprogramm und die Auszahlungsbedingungen selbst, bevor Geld fliesst.
Fezbet: der letzte Name ohne Schweizer Zulassung
Fezbet schliesst die Liste der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ab. Die Aussage über ihn ist dieselbe wie über die sieben Namen vor ihm, und das ist der Punkt dieser Liste: Von Cloudbet bis Fezbet unterscheidet sie in der Zulassungsfrage nichts.
Wo keine Schweizer Bewilligung besteht, fehlt die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg und die Schweizer Fairplay-Kontrolle. Die Sperrliste der Gespa kann die Domains eines solchen Anbieters blockieren, und blockierte Adressen tauchen innerhalb von Stunden an anderer Stelle wieder auf.
Über das Liveangebot von Fezbet ist desto das eine oder andere in den eigenen Bedingungen zu finden. Die Bewertung dieser Liste bleibt bei dem, was belegt ist: Der Anbieter hat keine Schweizer Bewilligung, und daraus folgt für den Wettenden der Verlust des Schweizer Rahmens.
Was den Wettenden am Ende am meisten kostet
Der teuerste Posten ist nicht die Quote. Es ist die Zeit.
Livewetten sind erlaubt, aber nur bei zwei Veranstaltern, und das ist kein Zufall, sondern eine politische Entscheidung, die seit Jahren Bestand hat. Der Nutzen ist ein geschützter Rahmen mit Selbstsperre, Limiten und einem Rechtsweg. Der Preis ist ein Angebot, das auf eine Liste von Sportarten und Wettarten begrenzt ist und sich nach dem Wohnsitz richtet.
Wer sich für einen der beiden Schweizer Veranstalter entscheidet, entscheidet sich für einen kleineren Markt. Wer auf einen der acht Namen ohne Schweizer Zulassung geht, entscheidet sich für ein umfangreicheres Programm und gegen die Anbindung an das Schweizer Schutzsystem. Beides ist eine Wahl, und keine davon ist automatisch die sichere.
Was den Ausschlag geben sollte, ist die Frage, was im Streitfall passiert. Der eine Weg endet bei einer Schweizer Stelle, der andere bei einer Adresse im Ausland. Der eine Weg behält 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man zurückholen kann, und sperrt Konten mit Namen. Der andere Weg belastet den Gewinn je nach Kanton voll und kennt keine Sperre.
Die zweite Rechnung ist die der Wiederholung. Wer live in kleinen Schritten setzt und den Nachmittag über spielt, verschiebt den Einsatz lediglich. Die Limiten von Sporttip, der Mindesteinsatz von CHF 1 und der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, sind keine Spielverderber. Sie sind der einzige Mechanismus, der zwischen «eine Wette» und «ein Abend» unterscheidet.
Die beste Vorbereitung auf eine Livewette ist deshalb das Gleiche wie bei jeder anderen Wette: eine Zahl, die man vorher festlegt, und die Bereitschaft, danach aufzuhören.
Häufige Fragen zu Livewetten in der Schweiz
Wie funktionieren Livewetten, und was unterscheidet sie von Vorabwetten?
Bei Livewetten wird während der laufenden Partie gesetzt, die Annahme endet erst nach Spielbeginn, eventuell zuzüglich einer Karenzzeit. Die Quoten werden laufend angepasst – nach einem Tor oder einer Roten Karte teilweise automatisch. Der Unterschied zur Vorabwette liegt im Zeitpunkt, nicht im Markt.
Sind Livewetten in der Schweiz verboten?
Nein. Sportwetten gelten als Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und sind mit Bewilligung erlaubt; Livewetten sind darin eingeschlossen. Verboten ist die Veranstaltung ohne Bewilligung (Art. 130 BGS). Zu den bewilligten gehört das Angebot des jeweiligen Veranstalters, nicht jeder Anbieter, der sich online findet.
Wer darf in der Schweiz Livewetten anbieten?
Nur zwei Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide halten eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Aufsicht der Gespa. Sporttip bedient die Deutschschweizer Kantone, den Tessin und Liechtenstein, Jouez Sport die sechs Westschweizer Kantone. Eine weitere bewilligte Liste existiert nicht.
Was passiert mit einer Wette, die nach dem Ausgang platziert wurde?
Sie zählt mit Quote 1.00 – der Einsatz wird also zurückgegeben, ohne Gewinn. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Man kann also nicht darauf bauen, den Ausgang zu kennen und trotzdem einen Gewinn zu behalten.
Gibt es bei Livewetten Cash-out, und was heisst «vollständiges Cash-out» bei Sporttip?
Cash-out ist keine gesetzliche Regelung, sondern eine Funktion des Anbieters. Sporttip bietet sie für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, nur online und nur vollständig – ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn, hängt vom Spielstand ab und kann geändert werden.
Wie schützen Verlustlimiten und Spielsperre bei schnellen Livewetten?
Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen – Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos.
Wettarten – mobilzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «mobilzahlungwetten»
